760_0900_99446_ROL_VON_WUeRTTEMBERG.jpg
Verbindet verschiedene Ausdrucksformen: Iris Caren von Württemberg in der Galerie Brötzinger Art. Foto: Roller

Literatur und Musik vereint: Performance der Künstlerin Iris Caren von Württemberg

Pforzheim. Während aus den Lautsprechern elektronische, sphärische und Synthesizer-Klänge dringen, trägt Iris Caren von Württemberg kurze Gedichte vor – immer im Rhythmus der Musik und so, dass jedes Wort zu den abgespielten Tonfolgen passt. Die Künstlerin verbindet verschiedene Ausdrucksformen, lässt Musik und Literatur eine fruchtbare Symbiose eingehen.

Bei ihrer Performance am Sonntagnachmittag in der Galerie Brötzinger Art vertont sie live drei Titel vom 2018 erschienenen Album „Montoillot“ des Pforzheimer Musikers Thilo Wacker, der mit Marc A. Palazzo zu Beginn der 1990er-Jahre die Techno-Gruppe Casseopaya gegründet hat. Eine Gruppe, die bis heute erfolgreich im Geschäft ist. Mit ihr will die Künstlerin in Zukunft enger zusammenarbeiten. Live-Auftritte in größerem Rahmen und die Produktion einer CD sind mit Casseopaya geplant. Außerdem sind die Musiker dabei, Klänge zu den von Iris Caren von Württemberg realisierten Bildern zu schaffen – mit dem Ziel, einen kurzen Film zu produzieren. Denn die Künstlerin malt, zeichnet und fotografiert auch. Einige ihrer Bilder sind derzeit in der Galerie Brötzinger Art zu sehen (die PZ berichtete). Etliche Besucher sind am Sonntag dorthin gekommen, um der Künstlerin zuzuhören. Sie trägt nicht nur ihre eigenen Gedichte zur Musik vor, sondern rezitiert auch Texte ihres 2016 verstorbenen Vaters Herbert Metzger: ein Dichter und Anthroposoph, der das kulturelle Leben der Stadt jahrelang bereichert hat.

Die vorgetragenen Texte behandeln unter anderem die Themen Liebe, Tod, Wahrheit und Vertrauen. Es sind erkenntnistheoretisch-philosophische Texte, viele im hohen Alter entstanden und inhaltlich so komplex, dass beim ersten Hören nicht sämtliche, in ihnen verborgenen Feinheiten wahrgenommen werden können. Immer wieder scheinen die Diesseits-Jenseits-Thematik, anthroposophische und christliche Motive auf. Am Ende der Performance spendet das Publikum der Künstlerin viel Beifall.