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Feiner A-capella-Gesang mit den Lords of the Chords. Foto: Roller

Lords of the Chords spannen in Thomaskirche weiten musikalischen Bogen

Pforzheim. Was haben die Bee Gees, Morten Lauridsen, Alfonso Lobo, Richard Strauss und Billy Joel gemeinsam? Ihre Lieder klingen kräftig und voll, wenn sie die Lords of the Chords in einem Kirchenraum zum Besten geben. Die zehn Sänger des A-cappella-Ensembles beherrschen die ganze Bandbreite, geistliche und weltliche Musik, mal getragen, mal schwungvoll, von der Renaissance bis in die Gegenwart. In absoluter Balance harmonieren ihre Stimmen am Freitagabend, füllen den ganzen, im Bereich des Dachs pyramidenförmig wirkenden Raum der Pforzheimer Thomaskirche und lassen ihn so zu einem riesigen Musikinstrument werden.

Mit Leichtigkeit, Klarheit, einem Lächeln im Gesicht und einem Textbuch vor dem Körper servieren die Sänger ihrem Publikum ein Stück nach dem anderen. Dynamisch und farbenreich intonieren sie das von anspruchsvollen Harmonien geprägte „Peace I Leave With You“ und das geistliche Freude versprühende „I Will Praise Thee, O Lord“, beide aus der Feder des Norwegers Knut Nystedt. Deutlich schlichter, aber dank nuancierter Intonation dafür umso inniger und zarter erscheinen Darius Milhauds Übertragung des Psalms 121 und Antonio Lottis an Dissonanzen reiches „Crucifixus“.

Einen düsteren, ausdrucksstarken Klagegesang stimmen die „Lords“ beim aus der Renaissance stammenden „Versa est in luctum“ Alfonso Lobos an, um nach zwei schön akzentuiert vorgetragenen Versionen des „Ave Maria“ Morten Lauridsens „O magnum mysterium“ mit großer Intensität, fast schon meditativ zu gestalten.

Heiteres und Humorvolles

Folkloristisch mutet Ralph Vaughan Williams „The vagabond“ an, das die Sänger mit Wärme, Ausdrucksstärke und Flexibilität darbieten. Es bildet den Auftakt zum zweiten, weltlichen Teil des Konzerts, in dem außerdem noch Platz ist für die heitere „Saltarelle“ von Camille Saint-Saens, für das impressionistisch wirkende „Traumlicht“ von Richard Strauss, für Humorvolles von Heinrich Poos, für Popmusik von Billy Joel und den Bee Gees. Das begeisterte Publikum spendet tosenden Beifall.