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Gerne gesehener und gehörter Gast in Lienzingen: das Lotus String Quartet.  fotomoment
Gerne gesehener und gehörter Gast in Lienzingen: das Lotus String Quartet. fotomoment
27.09.2016

Lotus String Quartet gastiert beim „Musikalischen Sommer“

Mühlacker-Lienzingen. Mit einem der schönsten Streichquartette verabschiedete sich der diesjährige „Musikalische Sommer“ in der Lienzinger Frauenkirche. Haydns „Lerchenquartett“ in D-Dur (op. 64, Nr.5) ist wegen seiner entzückenden Melodie im einleitenden „Allegro moderato“ nicht nur Abschiedsgruß an einen glücklichen Sommer, sondern bietet wegen des „Lerchen“-Gesangs, den die erste Violine fröhlich anstimmt, ideale Verwirklichungsmöglichkeiten für eine echte Primaria im Quartett.

Also für Sa-chiko Kobayashi, die sich, begleitet von ihren Mitstreitern Mathias Neundorf (zweite Violine), Tomoko Yamasaki (Viola) und Chihiro Saito (Cello) verspielt und klangschön ausleben konnte. Auch im teils dunkel verhangenen Folgesatz („Adagio cantabile“) waren die Qualitäten der Primgeigerin gefordert. Im tänzerisch flotten Menuett war eher die gleich-berechtigte Gestaltung aller vier Instrumentalisten gefragt, im lebhaften Finale das kraftvolle Ineinanderfließen aller Stimmen – eine weitere Stärke der hier temperamentvoll aufspielenden „Lotus“-Streicher.

Auch Beethovens anschließend musiziertes Streichquartett F-Dur (op. 135) ist mit einer Beifügung („Der schwer gefasste Entschluss“) bekannt geworden. Gleich im ersten Satz („Allegretto“) arbeitete das Lotus String Quartet die von Beethoven programmatisch angekündigte innere Dramatik mit tragischem Grundton heraus und steigerte den zweiten Satz („Vivace“) mit sich überschlagenden Stimmen zu einer wilden, an einen Walküren-Ritt erinnernden Raserei. Dann folgte schwer atmende, abgründige Trauermusik („Lento assai“), um im letzten Satz mit einer rätselhaften Pizzicato-Passage abzuschließen.

Die Wiedergabe von Schuberts „Rosamunde-Quartett“ in a-Moll (op. 29 / D 804) rundete mit romantischer Klangfarben-Wehmut die gut besuchte Matinée ab. Träumendes Singen zeichnete das „Andante“ aus, dessen berühmte Liedmelodie von den Interpreten anrührend zum Klingen gebracht wurde.