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Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Hesse-Stiftung Thomas Knubben (links) mit den Preisträgern Michael Kegler und Luiz Ruffato (rechts).  Foto: Laich
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Hesse-Stiftung Thomas Knubben (links) mit den Preisträgern Michael Kegler und Luiz Ruffato (rechts). Foto: Laich
05.07.2016

Luiz Ruffato und Michael Kegler erhalten den Hesse-Preis

Calw. In 69 Episoden schildert Luiz Ruffato in seinem Roman „Es waren viele Pferde“ den alltäglichen (Über-)Lebenskampf in der 20-Millionen-Metropole São Paulo.

„Dieses Bild des modernen Brasilien in einer vielstimmigen Ästhetik so facettenreich zu entwerfen, dass es aus der Masse heraussticht, ist die besondere Gabe des Autors“, würdigte der stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende der Hesse-Stiftung Bernd Engler den Schriftsteller, der gemeinsam mit seinem Übersetzer Michael Kegler am Wochenende im Kursaal in Calw-Hirsau mit dem Internationalen Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet wurde.

Der Preis ist mit 20 000 Euro dotiert, beide Preisträger erhalten jeweils die Hälfte. Kegler hatte das Werk „Es waren viele Pferde“ des 1961 geborenen brasilianischen Autors vom Portugiesischen ins Deutsche übertragen.

Autor und Jurymitglied Ilija Trojanow lobte in seiner Ansprache vor allem Ruffatos „präzise geschlagenen Rhythmus“, der seine Entsprechung in der Genauigkeit der konkreten Fakten finde. Kegler, der für diese Übertragung bereits mit dem renommierten Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW ausgezeichnet worden war, verdanke der Leser, so Trojanow weiter, durch „Sprachanwandlungen und Wortschmuggeleien“ die Kenntnis von wunderbaren brasilianischen und afrikanischen Autoren.

Ruffato bedankte sich in seiner kurzen Rede bei seinen Verlegern Rainer Wendling und Theo Bruns, vor allem aber bei Michael Kegler, denn „in Wahrheit schreibt der Übersetzer das Buch neu“.