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Lukas Diller am Saxophon und seine drei Bandkollegen überraschen. Foto: Frommer
Lukas Diller am Saxophon und seine drei Bandkollegen überraschen. Foto: Frommer
13.06.2018

Lukas Diller Quartett gibt spannende Einblicke ins neue Album

Pforzheim. Die Bachelor-Arbeit liegt längst hinter Saxophonist Lukas Diller. Zum Saisonabschluss des Jazz-Clubs „domicile“ lässt er die Konzertgäste aber noch einmal am fordernden Zeitabschnitt bis zu dieser Prüfung musikalisch teilhaben: Die Komposition „Prokrastination“ entstand während der Wochen, in denen sich Lernstoff haushoch türmte.

Diller hat vieles in das vielschichtige und druckvolle Stück einfließen lassen, das die erste und gerade erschienene CD „Capturing“ des Lukas Diller Quartetts eröffnet.

Erst seit sieben Konzerten ist die junge Formation gemeinsam unterwegs. Lukas Grossmann (25, Piano), Lukas Keller (27, Kontrabass), Johannes Koch (25, Schlagzeug) und Lukas Diller (25, Altsaxophon) stammen aus Ludwigsburg, Aschaffenburg, Regensburg und Engelsbrand. Nur Keller und Diller haben im Landesjugendjazzorchester Bayern gelegentlich gemeinsam musiziert. Dessen ungeachtet präsentiert sich die Band reif und perfekt eingespielt: Grossmanns abwechselnd flirrendes oder getragenes Pianospiel, Kellers beeindruckende Soli am Kontrabass, Kochs variantenreiche Technik am Schlagzeug und das ganz selbstverständlich in den Mittelpunkt zurückkehrende Saxophonspiel Dillers machen den Abend spannend und abwechslungsreich. Und anhand grundverschiedener Titel wie „Tau“ und „Apella“ wird deutlich, dass neben Diller auch Grossmann und Keller exzellent zu komponieren wissen. Den Höhepunkt erreicht das Konzert mit der Zugabe „Sweet Sewing Machine“ („Süße Nähmaschine“), als Johannes Koch mit dem metallischen Ende der Besen das Hi-Hat in raschem Rhythmus leise bearbeitet.