nach oben
Die Ausstellung mit Werken von Iris Caren von Württemberg wird am Freitag eröffnet. Foto: Ketterl
02.05.2019

Malen mit der Kamera und Licht: Iris Caren von Württemberg stellt in Galerie Brötzinger Art Kunst aus

Pforzheim. Zwei kleine Zeichnungen im schmalen Gang der Galerie Brötzinger Art zeigen auf, wo Iris Caren von Württemberg künstlerisch herkommt: bewegte Linien, feine Schraffuren, eine subtile Farbigkeit. Doch die in Esslingen lebende Künstlerin ist auch immer eine Wanderin zwischen den Genres, verbindet Malerei mit Fotografie, Lyrik mit Musik. Und so sind die fast 40, teils großformatigen Fotografien eine logische Weiterentwicklung der kleinen Zeichnungen. Malerei mit Kamera und Licht. Denn die gebürtige Pforzheimerin fängt in ihren meist abstrakten Arbeiten vor allem Stimmungen ein. „Energien, die um uns herumströmen“, sagt sie.

Sie will – abgewandelt nach dem berühmten Zitat von Wassily Kandinsky – „Ungesehenes sichtbar machen“. Häufig sind es Nachtaufnahmen und Langzeitbelichtungen, die ihre Arbeiten prägen. Die sind – und das ist ihr wichtig – nicht am Computer nachgearbeitet, sondern festgehaltene Augenblicke aus ihrer ganz eigenen Sichtweise.

Bildergalerie: Ausstellung von Iris Caren von Württemberg in Brötzingen

Gerade in Kleinserien, wie in den auf Alu Dibond gedruckten „Lichtsymphonien“, entwickelt diese Lichtmalerei einen besonderen Reiz. Da werden auf fast monochromem blauen oder orangefarbenem Grund tänzerische Lichtzeichen gesetzt. Die Bewegung eines Dirigentenstabs, ein Blick auf unseren blauen Planeten? Iris Caren von Württemberg überlässt dem Betrachter die Interpretation.

Aber auch als rein abstrakte Kompositionen entfalten beispielsweise die Arbeiten aus der „Techno“-Reihe einen großen Reiz. Fast automatisch wird der Blick des Betrachters in die bunten Farbstrudel hineingezogen. Stimmungsvoll sind vor allem die Fotografien, die die Künstlerin in Istanbul und Barcelona aufgenommen hat. Konkrete Orte lassen sich nicht erahnen, aber die Farbigkeit und der Rhythmus der jeweiligen Großstadt nachvollziehen.

Touristische Höhepunkte Europas prägen hingegen einen Raum in der Brunnenstraße: Da ist die – unversehrte – Notre-Dame-Kirche in Paris in fast impressionistischer Stimmung, da tanzt der Eiffelturm im nächtlichen Licht, da scheint der Hamburger Hafen in Nebelschwaden gehüllt.

Und da lassen zwei Aufnahmen aus dem Enzauenpark erahnen, dass sich die Künstlerin immer wieder gerne in ihrer Heimatstadt aufhält.

Die Schau in der Galerie Brötzinger Art, Brunnenstraße 14, wird am Freitag, 3. Mai, um 20 Uhr eröffnet. Sie ist bis 2. Juni donnerstags von 14 bis 17 Uhr, freitags und samstags von 18.30 bis 22 sowie sonntags 11 bis 18 Uhr geöffnet. www.galerie-broetzinger-art.de