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06.11.2015

Manuel Knapp in der Galerie „Börtzinger Art“

Pforzheim. Manuel Knapp verliert selten den roten Faden, wenn er über seine Kunst spricht. Und in der spielen Fäden – mitunter sogar rote – eine zentrale Rolle.

Davon können sich von heute an die Besucher der Galerie Brötzinger Art überzeugen, wo der 1984 geborene Künstler aus Mühlacker bis zum 29. November die Ausstellung „Frozen Motion Picture – Installation/Objekt“ zeigt.

Studium in Stuttgart

Die Arbeiten, die Manuel Knapp für die Schau in der Brötzinger Galerie ausgesucht hat, sind allesamt in den vergangenen anderthalb Jahren entstanden und sind durchweg das Ergebnis „einer sehr intensiven Auseinandersetzung mit dem Ausgangsmaterial ,Faden’“, so der Bildhauer, der im vergangenen Jahr seinen Abschluss an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart gemacht hat. Auch in seiner dort gezeigten Abschlussarbeit stand der Faden im Mittelpunkt, nachdem sich der junge Künstler zuvor lange mit Materialien wie Holz oder Metall auseinandergesetzt hatte. Während seines Auslandssemesters in der estnischen Hauptstadt Tallinn wurde Manuel Knapp eher zufällig auf den Faden als Material aufmerksam. „Ich habe für eine Arbeit mit einem Faden eine Hilfslinie gezogen“, verrät Knapp schmunzelnd. „Ich war von der Einfachheit des Materials angetan und von den Ausdrucksmöglichkeiten, die es bietet“, blickt Manuel Knapp auf die vergangenen zwei Jahre zurück, in denen er sich sehr intensiv mit der möglichen Bild- und Formensprache auseinandergesetzt hat, die sich unter dem Einsatz von Fäden beim plastischen Arbeiten realisieren lässt. Denn seine Fadenzeichnungen sind sehr komplexe, meist symmetrische Konstruktionen, die aus mehreren sich überlagernden Schichten aufgebaut sind.

Hat Knapp gegen und nach dem Ende seines Studiums zunächst große Rauminstallationen umgesetzt, so sind seine Arbeiten inzwischen kleiner geworden. In zumeist mit Schwarzlicht beleuchteten Kästen, die er aus einfachem Holz fertigt, konstruiert der 31-Jährige oft symmetrische Raumbilder, die sich dem Betrachter mal als Halb-, mal als Hochrelief präsentieren, die Erinnerungen an Architekturstudien wachrufen und die die Betrachter wegen ihrer Akkuratesse unweigerlich in den Bann ziehen. Denn Manuel Knapp lenkt nicht nur mit den in den Rahmen gespannten Fäden die Aufmerksamkeit auf seine konstruktiven Arbeiten. Auch vermag er verschiedene Stile und Techniken so miteinander zu kombinieren, dass es dem Betrachter mitunter schwer fällt zu glauben, dass fast alles, was er sieht, aus Fäden gestaltet sein soll.

Dann ist der Zuschauer gefangen – in Knapps faszinierenden Faden-Labyrinthen, aus denen er aber gar nicht so leicht entfliehen will.