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Markus Huber wird auch in den kommenden Jahren die Badische Philharmonie bei Theateraufführungen und in Sinfoniekonzerten leiten. Foto: Bechtle
Markus Huber wird auch in den kommenden Jahren die Badische Philharmonie bei Theateraufführungen und in Sinfoniekonzerten leiten. Foto: Bechtle
23.09.2015

Markus Huber bleibt bis 2020 Generalmusikdirektor am Theater Pforzheim

Für Oberbürgermeister Gert Hager ist es glasklar: „Die Verwaltung und auch die neue Intendanz haben unbedingtes Interesse, dass Markus Huber als Generalmusikdirektor in Pforzheim bleibt.“ Die logische Konsequenz: Der Vertrag des gebürtigen Münchners wurde vom Gemeinderat verlängert – um weitere vier Jahre. Der gebürtige Münchner dirigiert nun auch die Operetten-Gala an der Oper Mannheim.

Einstimmige Entscheidung

Auch Huber sei daran interessiert, am Theater zu bleiben, schildert Hager. Und so ging es ganz reibungslos: Nach Rücksprache mit Intendanz und Orchestervorstand habe der Gemeinderat der Verlängerung des Vertrags bis Ende der Spielzeit 2019/2020 einstimmig zugestimmt. Im Sommer 2020 endet auch der Vertrag des neuen Intendanten Thomas Münstermann. Die Verlängerung um weitere vier Jahre sieht Hager nicht als Problem: „Dann ist Markus Huber zwölf Jahre in Pforzheim, das stellt kein juristisches Problem der Unkündbarkeit dar.“ Huber habe das Orchester in den vergangenen Jahren nach vorn gebracht und darauf aufgebaut, was sein Vorgänger Jari Hämäläinen angelegt hatte.

Hohes Niveau halten

Auch Markus Huber selbst sieht die Verlängerung als Wertschätzung seiner Arbeit und dessen, was er qualitativ aufgebaut habe. Das hohe Niveau zu halten, sei deshalb die vordringliche Aufgabe. „Wir haben uns eine Position in der Stadt aufgebaut – auf dieser Basis gilt es, erfolgreich weiterzuarbeiten“, meint der GMD. Und: „Wir wollen unsere Zuschauer weiterhin begeistern, jeden Konzertabend zu einem Ereignis werden lassen.“ Wichtig sei ihm, daran weiterzuarbeiten, dass die Badische Philharmonie noch reifer werde.

Dabei kommt es ihm nicht auf ein bestimmtes Repertoire an, denn: „Die Mischung macht’s.“ Sicher sei er dankbar, dass sein großer Wunsch, Wagners „Tannhäuser“ in Pforzheim aufzuführen, in Erfüllung gegangen sei. Aber letztlich sei es egal, welche Produktion anstehe: „Hauptsache, alle sind mit der gleichen Leidenschaft und Beherztheit dabei, wie wir sie gerade bei Verdis ,Nabucco‘ gezeigt haben.“

Produktion in Mannheim

Für ihn sei es eine große Ehre, im Herbst für eine Produktion an die Oper Mannheim engagiert worden zu sein. Dort wird der 47-Jährige von 15. November an achtmal die Operetten-Gala „Die ganze Welt ist himmelblau“ in der Inszenierung von Michael Quast musikalisch leiten.

Die Vorgänger Eisenmann und Hämäläinen

Beim großen Fest zum 25. Jubiläum des Theaterbaus am Waisenhausplatz standen sie alle auf der Bühne: Markus Huber und seine beiden Vorgänger Klaus Eisenmann sowie Jari Hämäläinen. Bei beiden hatte eine Nichtverlängerung ihres Vertrags die Tätigkeit als Generalmusikdirektor (GMD) in Pforzheim beendet. Bei Klaus Eisenmann sogar mit einem Gang vor den Richter. Zur Spielzeit 1978/79 war Eisenmann ans Stadttheater gekommen. Sein Vertrag wurde 1992 auf fünf Jahre befristet, um mit dem Ausscheiden von Intendant Manfred Berben auch einen Neuanfang im Orchester zu starten. Doch der Dirigent klagte und erhielt recht: 80.000 Mark betrug die Abfindung, die ihm im April 1998 zugesprochen wurde.

Da war Jari Hämäläinen längst schon als neuer GMD auserkoren. Der Finne, der sein Amt in der Spielzeit 1997/97 angetreten hatte, blieb insgesamt elf Jahre in Pforzheim – zuletzt in der Doppelfunktion als GMD und Operndirektor.

Im Juni 2006 wurde sein Vertrag nur um ein Jahr verlängert bis Ende der Spielzeit 2007/08, um einer neuen Mannschaft und damit auch Markus Huber Platz zu machen. Hämäläinen war im Anschluss an seine Tätigkeit in Pforzheim als künstlerischer Leiter der international renommierten Savonlinna-Opernfestspiele beschäftigt.