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Plastisch-deftig geht‘s zur Sache bei Markus Maria Profitlich. Foto: Henkel
Plastisch-deftig geht‘s zur Sache bei Markus Maria Profitlich. Foto: Henkel
19.03.2018

Markus Maria Profitlich zu Gast im Mühlacker Uhlandbau

Mühlacker. Er ist der Dreckvogel unter den fernsehbekannten Comedians, der selbst noch aus menschlich-körperlichen Schwachstellen eine schmutzige Pointe herausquetscht. Wenn ihm, Markus Maria Profitlich, seine Cousine Elfie bei einer Geburtstagsfeier vorhält: „deine Witze hängen alle unter der Gürtellinie“, kontert er schlagfertig: „Wie deine Brüste.“

Einige Zuhörer im gut besuchten Saal des Mühlacker Uhlandbaus, die offensichtlich ahnungslos in die profitliche Comedy-Show gestolpert sind, finden derlei Zumutungen und die Leute, die darüber lauthals lachen müssen, für „strunzdumm“. Die überwältigende Mehrheit freilich hat mit jauchzenden Kieksern ihre helle Freude daran. Dabei räumt der Comedian auf der Bühne mit breitem Grinsen und leuchtenden Augen durchaus ein, dass die Geschmäcker verschieden sind.

Fleischklops mit Glatzkopf

Selbst ist er alles andere als ein schöner Mann. Wenn er etwa von männlichen deutschen Spanien-Urlaubern erzählt, die in viel zu engen Badehöschen ein andalusi-sches Strand-Restaurant aufsuchen und breitbeinig auf Stühlen sitzend ihr hervorquellendes Gemächt präsentieren, spielt er die widerliche Szene nach und gleicht dabei in seinem schwarzen Shirt und ebensolchen Hosen einem kaum verhüllten dicken Fleischklops mit aufgesetztem kugelrundem Glatzkopf. Was ihn nicht davon abhält, über dünne Modell-Frauen abzulästern, die „wie tapezierte Knochen“ und in schwarzer Kleidung „wie ein Strichcode auf der Müsli-Packung“ aussehen. Damit sein Programm-Motto „Schwer im Stress“ zum Tragen kommt, berichtet er – gut beobachtet – von Jugendlichen, die sich nicht benehmen können und über ihre Handys gebeugt kaum ansprechbar sind. Richtig gut ist seine Bauchredner-Nummer, zu der Profitlich eine lustig aussehende Handpuppe mit Charme und Esprit einsetzt. Das bereitet sogar intellektuelles Vergnügen.

Sein lästerlicher Wortschwall über ein Küchengerät namens Thermomix oder das Getue von Paartherapeuten, die Ehekrisen im Schnellkochtopf gar kochen, ist nicht zu stoppen. Großartig auch das pantomimische Grimassieren als mümmelnder Greis oder winselndes Baby.

Ganz im Ferkel-Modus ist der Komödiant dann in seiner Toiletten-Szene, für die er seinen Requisitenstuhl mit einer Klobrille ausstattet und selbstredend Platz nimmt. Hier bringt er den Porzellandampfer ordentlich in Fahrt, wobei ihm nicht nur die Geräuschkulisse mit Perfektion gelingt, sondern auch die verballhornende Rezitation der Schiller-Ballade „Der Taucher“. Dann wird vermeldet, dass Flachspüler sinnfälliger seien als Tiefspülklosetts, weil aus ihnen die Stuhlproben einfacher zu entnehmen seien. Profitlich ist eben ein ebenso witziger wie auch grenzwertiger Klosettschüssel-Philosoph.