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Kleine Band, große Stimme: Max Mutzke mit Schlagzeuger Tobias Held, Bassist Danny Samar und Keyboarder Maik Schott beim Open-Air-Konzert im Innenhof des Kulturhauses Osterfeld. Fotos: Roller
Kleine Band, große Stimme: Max Mutzke mit Schlagzeuger Tobias Held, Bassist Danny Samar und Keyboarder Maik Schott beim Open-Air-Konzert im Innenhof des Kulturhauses Osterfeld. Fotos: Roller
Begeistert das Publikum: Max Mutzke.
Begeistert das Publikum: Max Mutzke.
18.07.2017

Max Mutzke rockt locker lässig im Osterfeld

Pforzheim. Sänger Max Mutzke begeistert mit seiner Band das Publikum im Osterfeld mit Popmusik und Soul-Anklängen. Sie bringen die Zuschauer zum Klatschen, zum Tanzen, zum Mitsingen. Das Konzert wird zu einem Fest. Max Mutzke spielt mit seinem Publikum und hat es bereits nach wenigen Songs mühelos um den kleinen Finger gewickelt.

Noch bevor Max Mutzke am Sonntagabend im Innenhof des Kulturhauses Osterfeld überhaupt einen Ton gesungen oder gespielt hat, ruft einer von hinten: „Enttäusch’ mich nicht.“ Eine Forderung, die der Sänger und seine dreiköpfige Band an diesem Abend mühelos erfüllen können.

Schon nach dem vierten Lied stehen die meisten Gäste. Aber keine Angst: „Wenn man einmal aufsteht, muss man nicht unbedingt bis zum Schluss stehenbleiben“, beruhigt der Sänger. Zusammen mit Keyboarder Maik Schott, Schlagzeuger Tobias Held und Bassist Danny Samar fährt er von Beginn an ein hohes Tempo, das er bis zum Ende, knapp zwei Stunden lang, durchhält. Seine Songs sind eine geniale Mischung aus Soul, R’n’B und Jazz. Mal flotter, mal langsamer, haben sie alle einen eingängigen Rhythmus, der sofort ins Ohr geht und nicht mehr raus will. Ein starker Beat treibt die Stücke vorwärts. Kein Wunder, dass das Publikum sofort mitklatscht – aber „bitte nur auf die Zwei und die Vier“, sagt Mutzke. Schließlich mache man Soulmusik. Seine weiche, farbenreiche Stimme füllt den ganzen Innenhof. An manchen Stellen klingt das Konzert fast ein bisschen nach Marvin Gaye, James Brown oder Donny Hathaway. Eine Assoziation, die durchaus zulässig ist, wie Mutzke erklärt. Von seinem Publikum verlangt er eine ähnliche Stimmung wie auf den Live-Mitschnitten von Donny Hathaway. „Gebt uns alles, was ihr habt – außer Flaschen und Gläser.“

Das Publikum folgt der Aufforderung, etwa bei der Hip-Hop-Nummer „Empire State of Mind“, die bei Mutzke und seiner Band in einem frischen Soul-Gewand erscheint, stellenweise fast schon etwas funkig. Auch eigene Songs hat Mutzke im Gepäck. In „Magisch“ geht es um den Moment des Frisch-Verliebt-Seins, in „It’s Not Right“ dreht sich alles um die Midlife-Krise, und „Unsere Nacht“ setzt ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für ein buntes Deutschland. Den Titel „Schwarz auf Weiß“ hatte Mutzke schon geschrieben, bevor seine Karriere begann. Er ist während eines Ferienjobs entstanden, bei dem er in einer Kiesgrube Lastwagen fuhr. Eine ruhige, unaufgeregte Nummer, bei der Mutzke nur minimalistisch von Maik Schott am Keyboard begleitet wird. „Ich dachte damals, wenn der Song fertig ist und ich spiele den, dann kreischen die Frauen.“ Er sollte damit Recht behalten.

Mutzke ist im Schwarzwald aufgewachsen, in einem kleinen Dorf, „wo Vater und Mutter noch Geschwister sind – aber wir sind zugezogen“. Seit seiner Teilnahme an der Casting-Sendung von Stefan Raab im Jahr 2004 hat er eine enorme Entwicklung vollzogen und einen eigenen Stil entwickelt, der ihm gut zu Gesicht steht. Findet wohl auch das Publikum, das ihn am Ende des Konzerts erst nach zwei Zugaben gehen lässt.