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08.02.2016

Mehr als „Cats“: Angelika Milster in der Thomaskirche

Pforzheim. Eine „Sternstunde für das Deutsche Musical“ ist laut Angelika Milster die deutsche Version des Andrew-Lloyd-Webber-Musicals „Cats“ gewesen, die am 24. September 1983 ihre Premiere in Wien gefeiert hat. Intendant Peter Weck habe den richtigen Riecher gehabt, als er das Stück in den Spielplan des Theaters an der Wien aufgenommen habe, sagt Angelika Milster, die in der Inszenierung als Grizabella zu erleben war. Vor allem ihre Interpretation des Stücks „Erinnerung“ bescherte der Sängerin Weltruhm. In ihrem Programm „Begegnungen – Klassik trifft Musical“, darf der Titel „Erinnerung“ daher freilich nicht fehlen.

So auch beim Konzert in der Pforzheimer Thomaskirche. Es ist ein beachtlicher Abend, den die Zuhörer mit Angelika Milster und Jürgen Grimm an der Orgel erleben. Denn es sind besondere Momente, wenn Milster „Sag’ mir, wo die Blumen sind“, den von Max Colpert ins Deutsche übertragenen Song „Where Have All The Flowers Gone“ von Pete Seeger, singt. Wenn sie die deutsche Version des Edith-Piaf-Titels „Mon Dieu“ oder „Amazing Grace“ als „Ein schöner Tag“ zum Besten gibt. Wenn sie das Lied der Maria Magdalena aus dem Musical „Jesus Christ Superstar“ interpretiert oder „Ich gehör’ nur mir“ aus dem Musical Elisabeth singt, lauschen die Zuhörer gebannt. Auch die unsentimental vorgetragene Gedichtvertonung „Guten Abend“ von Johannes Brahms hat sie im Gepäck. Ebenso wie Wünsche für eine bessere Welt und der Hoffnung, dass Frieden zwischen Israel und Palästina einkehrt und sich die Menschen unvoreingenommen begegnen können – auch mit Musik. „Denn Lieder sind Begegnungen“, sagt Milster, die auch das schillernde „Over The Rainbow“ von Harold Arlen und Edgar „Yip“ Harburg sang, mit dem die Sängerin letztlich nur eines wollte: „Sie glücklich machen.“ Das ist ihr zweifellos gelungen.