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Annabel Weinert hat unter anderem geometrische Ohrringe gestaltet.
Annabel Weinert hat unter anderem geometrische Ohrringe gestaltet.
31.03.2017

Mehr als Schmuck - „Schmückbar“ zeigt Ausstellung „Der Goldene Schnitt“ im EMMA

Pforzheim. Durch einen Tunnel aus Klebeband gelangt man ins Innere, der Blick fällt auf eine Leinwand, die Videos der russischen Künstlerin Tatiana Plakhova zeigen. Und dann entdeckt der Besuchen den Schmuck: „Der Goldene Schnitt“ ist der Titel der Schau der „Schmückbar“, deren Mitglieder sich gerade neu formiert haben.

Seit zehn Jahren existiert diese Galerie der Goldschmiedeschüler – mit Domizilen in der Nordstadt, an der Bleichstraße und jetzt im Kreativzentrum EMMA. Nachdem die Gruppe auf drei Mitglieder geschrumpft war, gibt es nun einen Neuanfang: mit sieben Schülern des Berufskollegs eins und einer Kommilitonin aus Stufe drei.

Besondere Proportion

Dass die Zeit für die Ausstellungsvorbereitung kurz war und die Junggestalter erst seit September lernen und arbeiten, sieht man der Ausstellung noch ein wenig an. Dennoch gibt es spannende Auseinandersetzungen mit dem Thema Goldener Schnitt zu sehen. Und es wird deutlich, warum die als göttliche Proportion bezeichnete Aufteilung einer Form schon seit Jahrtausenden eine besondere Anziehung auf die Menschen ausübt.

Genau hingeschaut hat Mirta Congost in ihrer Umgebung, findet sich der Goldene Schnitt doch in der Natur in der Anordnung von Blättern, Samenkapseln, Muscheln und Kristallstrukturen. Und so belässt die Jungdesignerin gerade die Steine in ihrer natürlichen Form, fasst sie unbearbeitet in Ringe oder nimmt eine auf der Treppe des Schmuckmuseums gefundene Samenkapsel als Inspirationsquelle für Ketten und Ohrringe.

Auf die geometrische Umsetzung der mathematischen Formel hat sich Annabel Weinert in ihren Arbeiten konzentriert. Da gibt es Ohrringe, die exakt nach dem Teilungsverhältnis gestaltet sind und Ringe mit gefeilten und gehämmerten Oberflächen, die dieser Proportion folgen. Auch in Theresa Fischers Schmuck herrschen Blüten und Pflanzen vor, denen sie allerdings großvolumige, plakativ geometrische Ringe gegenüberstellt. Und ganz eindrucksvoll gestaltet Aiganysh Duisheeva die Verbindung von Silber und einer Muschel in einem Ring.

Neben dem Schmuck und der interessanten Ausstellungsarchitektur ist es die Verbindung von Videos mit Musik von Complexity Grafics und der optische Reiz der Tap-Art von Dumbo & Gerald, „die in dieser Ausstellung für eine ganz besondere Atmosphäre sorgen“, sagt Annabel Weinert.

Sandra Pfäfflin