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Thomas Kubisch zeigt wieder einige seiner Werke in der Wiernsheimer Lindenhalle. Foto: Seibel
Thomas Kubisch zeigt wieder einige seiner Werke in der Wiernsheimer Lindenhalle. Foto: Seibel
13.05.2019

Meister der Farbe, des Gefühls und der Form: Künstler Thomas Kubisch stellt in Wiernsheim aus

Wiernsheim. Die Basis vieler seiner Werke bilden Buchstaben, ob aus dem Lateinischen, dem Griechischen oder dem indischen Sanskrit. Jede Letter für sich, mehr oder weniger abstrakt kombiniert mit anderen, niemals je einen vordergründigen Sinn ergebend. Es soll Raum bleiben für persönliche Interpretationen, wünscht sich der Künstler: „Jeder Text würde nur fixieren.“ Am Sonntag wurde die neue Ausstellung von Thomas Kubisch in der Wiernsheimer Lindenhalle eröffnet.

Noch bis zum 26. Mai sind mehr als zwei Dutzend großformatige Aquarelle, Kalligrafien und Malereien des weithin bekannten Künstlers zu sehen.

Seine Bilder fordern den Betrachter heraus. „Kunst ist wie eine Fremdsprache, die man erlernen muss“, sagt Kubisch. Und das funktioniere „nicht im Vorbeigehen“. Zu entdecken gibt es viel, etwa in den auffällig detailreichen Bildern, die in mehreren Schichten aufgebaut sind aus Ölfarben, Acryl oder Aquarell. Gemalt hat Kubisch nicht nur klassisch mit dem Pinsel, sondern auch mit den Fingern, genauer: dem Daumen. Und das ganze nicht nur bereits vor Jahrzehnten in Griechenland sondern in jüngerer Zeit auch unter der Sonne Andalusiens, wo er aktuell genauso lebt und arbeitet wie in Serres.

In Schriftenklasse gelandet

Seine Leidenschaft für die Buchstaben wurde mehr oder weniger zufällig geweckt, als er im Studium plötzlich in der Schriftklasse landete. Anhand einiger besonderer Werke, sogenannten Frottagen (von „reiben“) auf nepalesischem Papier erläuterte er den Besuchern seiner Vernissage sein Verständnis vom Zugang zu Lettern. Doch neben den scheinbar sinnfrei arrangierten Buchstaben entwickelt er auch seine Kalligrafie mit dem wiederkehrenden Thema „Carpe Diem“ (lat. nutze den Tag) weiter, von denen ebenso einige in der Lindenhalle ausgestellt sind. Gleichsam zeigt Kubisch Aquarelle mit überschwänglichen Blumenmotiven und Mustern, die seine ausgeprägte Liebe und Leidenschaft für die Natur widerspiegeln.

In ebenso blumigen Worten würdigte der Wiernsheimer Bürgermeister Karlheinz Oehler das Werk Kubischs bei der Ausstellungseröffnung. Dieser, so Oehler, bewege sich mit seinen Bildern von der Kalligrafie bis zu einer Art Kubismus. Er sei „ein Meister der Farbe, des Gefühls und der Form“, so Oehler. Das Ergebnis sei eine überaus lebendige Ausstellung.