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Christina Lux begeistert mit gefühlvollen Worten – und einer warmen Stimme.
Christina Lux begeistert mit gefühlvollen Worten – und einer warmen Stimme.
21.11.2016

Meisterin der leisen Töne: Christina Lux und ihre emotionalen Texte

Pforzheim. Laut und schrill, das liegt ihr nicht. Eine tiefe, rockige Stimme, die hat sie nicht. Und eine Frau fürs Grobe, das ist sie nicht. Nein, sie ist eine Freundin der leisen Töne, eine Verehrerin der langsameren Gangart. Christina Lux ist eine Frau, der man glaubt, was sie singt.

Wenn sie fast schon etwas verloren auf der Bühne des Kulturhauses Osterfeld sitzt, auf einem billigen Klappstuhl, zwischen ihren drei Gitarren, sich nach vorne zum Mikrofon beugt, kurz lächelt, und auf einmal zu singen anfängt, dann ist das ein besonderer Moment. Dann zeigt sie die ganze Ausdruckskraft ihrer Stimme, die ganz sanft sein kann, oder markant und durchdringend. Sie ist warm, hat eine Menge Kraft und kann hervorragend die Gefühle transportieren, von denen es in Lux’ selbst getexteten Liedern eine ganze Menge gibt. Seit mehr als 30 Jahren ist die gebürtige Karlsruherin schon als Musikerin aktiv.

Ihre Songs denkt sie sich selbst aus, meistens Englisch, aber mittlerweile auch öfter in Deutsch. Die Texte sind mitten aus dem Leben gegriffen, weil sie sich mit Situationen beschäftigen, die wohl jeder kennt. Sie tragen Titel wie „May I ask you“, „Head held high“ oder „Love Is My Religion“. In ihnen geht es um den Zeitpunkt, an dem Kinder erwachsen werden. Oder darum, dass es manchmal sinnvoll wäre, die Uhr zurückdrehen zu können. Und darum, dass die Welt nicht schwarz oder weiß ist. „Wege entstehen dadurch, dass Du sie gehst“, singt Lux in Anlehnung an Franz Kafka und frei nach Erich Kästner haucht sie ins Mikrofon: „It is not too late for a happy childhood.“ Damit beweist die Songwriterin, dass sie sich in der Literatur bestens auskennt.

Auch zur aktuellen Situation, zu Rechtspopulisten wie Trump, Wilders und Johnson hat sie etwas zu sagen: „Das wertvollste, das wir haben, ist die Freiheit“, meint Lux. „Und das möchte ich um keinen Preis verlieren.“ In ihrem Song „Arms wide open“ ruft sie zu Toleranz auf.

Und während sie singt, begleitet sich Lux mit einer ihrer drei Gitarren. Außerdem erhält sie hochkarätige Unterstützung von Bodek Janke, einem Virtuosen auf dem Schlagzeug und an den Tablas. Am Ende ihres zweistündigen Auftritts will das begeistert applaudierende Publikum die Sängerin und den Musiker kaum mehr von der Bühne lassen. Erst nach zwei Zugaben lässt der Applaus nur ganz allmählich nach – in der Tat ein außergewöhnlicher Konzertabend, wie man ihn nicht oft erlebt.