nach oben
Begeisterte Fans: Rund 2000 Menschen feierten den Star im besonderen Ambiente des Kreuzgangs. Foto: Talmon
Begeisterte Fans: Rund 2000 Menschen feierten den Star im besonderen Ambiente des Kreuzgangs. Foto: Talmon
Temperamentvoll und ausdrucksstark: Anastacia liefert in Hirsau einen großartigen Auftritt. Foto: Talmon
Temperamentvoll und ausdrucksstark: Anastacia liefert in Hirsau einen großartigen Auftritt. Foto: Talmon
Dancing-Queens: Anastacia mit ihren Background-Sängerinnen Christine Anderson (links) und Anjula Kelly-Nair. Foto: Talmon
Dancing-Queens: Anastacia mit ihren Background-Sängerinnen Christine Anderson (links) und Anjula Kelly-Nair. Foto: Talmon
28.07.2017

Mit Soul und ganz viel Herz: Anastacia begeistert zum Start des Calwer Klostersommers

Calw-Hirsau. Manche Momente sind fast magisch: Anastacia singt mit ihrer dunklen Gänsehautstimme „Heavy On My Heart“. Ihre Ballade über all das, was man auf seinem letzten Weg zurücklassen muss: Blumen, Lieder, den Sonnenuntergang. Und just in diesem Moment versinken die letzten Sonnenstrahlen hinter den gotischen Spitzbögen des Hirsauer Klosterkreuzgangs. Auch die US-amerikanische Sängerin lässt sich einfangen von dieser besonderen Umgebung bei ihrem Konzert zum Auftakt des Calwer Klostersommers.

Erzählt von ihrem Schicksal, den beiden Krebserkrankungen und der Überlebenshilfe ihrer deutschen Fans, die sie mit Briefen überschütteten. Eine ganz besondere Liebesbeziehung sei das, sagt sie und singt den Titel „You’ll Never Be Alone.“

Doch halt: Das Anastacia-Konzert im proppenvollen Kloster ist alles andere als trist oder gar traurig. Lebensbejahend, heiter, temperamentvoll präsentiert sich die 47-Jährige mit überraschend komödiantischem Talent. Da witzelt sie über ihre Größe (gerade mal 157 Zentimeter) genauso wie über den Backstage-Bereich mit den Mini-Stühlen im Kindergarten. Da entschuldigt sie sich für die Politik ihrer amerikanischen Heimat, und hat eine Lösung parat: „Ich könnte doch einfach einen von euch heiraten.“ Anastacia flirtet mit ihrem Publikum – egal ob groß oder klein, männlich oder weiblich. Da erhält die neunjährige Lisa – sie besucht an diesem Abend ihr erstes Konzert überhaupt – eine signierte CD als Geschenk, da werden die Fans in der ersten Reihe immer wieder zum Mitsingen aufgefordert und der ganze Rest zum Klatschen und Tanzen.

Denn die Musik Anastacias geht vor allem in die Beine. Gleich zu Beginn legt sie mit zwei ihrer großen Hits los: „Sick And Tired“ und „Paid My Dues“ geben das Tempo vor, das einen Großteil des Abends bestimmen wird. Musikalisch ist das top: die Stimme kraftvoll wie eh und je, eher noch eine Spur tiefer, rauchiger. Die Band großartig: mit Bassist Orefo Orakwue und seinem groovenden Slap-Solo, Steve Barney, der auch mal einen Barhocker mit seinen Drumsticks bearbeitet, DeeRal, der so schön singt, wie er Gitarre spielt, und dem satten Sound von Keyboarder Gary Sanctuary. Mit Maria Quintile singt sie gemeinsam „I Belong To You“, mit Christine Anderson und Anjula Kelly-Nair tanzt sie über die mit einem großen „A“ beleuchtete Bühne. Eine perfekt durchgestylte Show, zu der auch die drei unterschiedlichen Outfits – vom Army-Look über das lange Blumenkleid zur schwarzen Lederhosen mit Fransen-Top – gehören.

Von Disco bis Rock

Dabei singt sich die Soul-Lady gekonnt durch alle Stile – mal mit Country-Anklängen wie bei „Cowboys & Kisses“, mal als Funk-Queen mit einem Medley aus „Get Lucky“, „Uptown Funk“ und anderem, mit Salsa-Feeling bei „Why’d You Lie To Me“, mal rockig beim Cover „Best Of You“ von den Foo Fighters. Spätestens bei der Zugabe gibt es kein Halten mehr: „Left Outside Alone“ und „One Day In Your Live“ bringen die rund 2000 Fans zum Jubeln bei diesem Heimspiel für die US-Amerikanerin.