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Frieder Burda sammelt seit Jahrzehnten Kunst. Mit dem dazugehörigen Museum in Baden-Baden hat sich der 80-Jährige 2004 einen Traum erfüllt. Foto: Deck
Frieder Burda sammelt seit Jahrzehnten Kunst. Mit dem dazugehörigen Museum in Baden-Baden hat sich der 80-Jährige 2004 einen Traum erfüllt. Foto: Deck
30.12.2016

„Mit Trump würde ich gerne mal an der Bar sitzen“ - PZ-Interview mit Frieder Burda

Wenn sich Frieder Burda etwas gönnen will, kauft er sich ein Bild. Das Sammeln ist noch immer Lieblingsbeschäftigung des Kunstmäzens. Mit 80 spürt er manch Tücke des Alters, betont aber: „Ich bin durch und durch zufrieden.“ Doch Geld allein macht nicht glücklich: „Ich kenne sehr viele unzufriedene Reiche“, sagt er im PZ-Interview.

PZ: Sie sind in diesem Jahr 80 geworden – was bedeutet das für Sie?

Frieder Burda: Ich habe ein interessantes Leben hinter mir und viel Glück gehabt. Ich bin durch und durch zufrieden. Aber natürlich: Auch ich merke, dass das Alter seinen Tribut fordert.

Was war die wichtigste Zeit in Ihrem Leben?

Schwierige Frage. Vielleicht meine Israel-Reisen in den 1980er-Jahren, unter anderem mit Gerhard Richter. Das hat mein Weltbild verändert.

Warum?

Wie die Israelis es schafften, einen Staat neu aufzubauen nach dem Mord an sechs Millionen Juden durch die Nazis – das hat mich sehr beeindruckt. Und ich habe begriffen: Es ist wichtig, dass diese Geschichte aufgearbeitet wird.

Was war Ihr größter Fehler?

Da fällt mir jetzt auf Anhieb zum Glück nicht viel ein . . .

Was ist das Beste, was Sie gemacht haben?

Die Heirat mit Elke. Sie ist meine größte Stütze und teilt mit mir die Begeisterung für Kunst. Sie hat vier Kinder in die Ehe gebracht. Einige Freunde haben mich vor dieser Herausforderung gewarnt. Aber es ist wunderbar geworden. Ich habe eine Familie dazubekommen.

Sie haben Ihrer Heimatstadt ein Museum geschenkt, waren erster Stifter im Festspielhaus Baden-Baden und haben mit beidem viele Menschen glücklich gemacht – was macht Sie glücklich?

Begegnungen mit Künstlern, die zu meinen Freunden geworden sind. Mit Gerhard Richter, Georg Baselitz oder dem inzwischen gestorbenen Sigmar Polke. Die Gespräche mit ihnen sind und waren mir sehr wichtig.

Mit wem würden Sie gerne mal an der Hotel-Bar sitzen?

Mit Donald Trump.

Warum?

Ich finde ihn als Phänomen durchaus interessant. Einen Wahlkampf gegen die ganze Welt zu gewinnen – das muss man erst mal schaffen . . .

Ihr Motto für jeden Tag?

Glücklich bleiben und auf die Gesundheit achten.

Wie halten Sie sich fit?

Täglich eine Stunde schwimmen und radfahren.

Was machen Sie, wenn Sie sich mal richtig etwas gönnen wollen?

Dann kaufe ich mir ein Bild.

Sind reiche Leute zufriedener als andere?

Ich kenne sehr viele unzufriedene reiche Menschen.