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Ihre Filme zeigten Sandra und Uwe Fischer am Samstagabend in der Heilig-Geist-Kirche in Dillweißenstein. Foto: Roller
Ihre Filme zeigten Sandra und Uwe Fischer am Samstagabend in der Heilig-Geist-Kirche in Dillweißenstein. Foto: Roller
19.03.2019

Mit allen Sinnen: Sandra und Uwe Fischer ermöglichen in ihren Filmen alternative Sichtweisen

Pforzheim. Aus dem Nichts entsteht aus brauner Knetmasse ein Elefant: zuerst die Füße, dann der Rumpf, der Kopf, der Rüssel, die Ohren und schließlich die Stoßzähne. Etwas ruckelnd flimmern diese Bilder am Samstagabend über die Wände der Heilig-Geist-Kirche in Dillweißenstein.

Ihre Schöpfer, Sandra und Uwe Fischer, wollen damit aufmerksam machen auf Themen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und die Bedeutung einer intakten Natur- und Pflanzenwelt. Der durch Metaphern auf die vom Menschen betriebene Ausbeutung der Natur hinweisende Kurzfilm heißt „Colorful Elephants“ und ist nur einer von vieren, die das Künstlerduo zeigt. Alle sind mit Hilfe der Stop-Motion-Technik entstanden, bei der zunächst unbewegte Bilder von einem Motiv aufgenommen und anschließend aneinandergereiht werden. Mit viel Liebe zum Detail lassen die beiden Künstler auf diese Weise aus totem Material lebendige Figuren entstehen. Aus Holzabfällen bauen sie kleine Menschen, die sich auf Weg durch das Leben machen. Ein Weg, der nicht immer einfach ist.

Die Sage von Siegfried diente dem Künstlerduo als roter Faden für einen Kurzfilm, der den Titel „Helden“ trägt. „Jeder muss sein eigener Held sein, wenn er durch das Leben geht“, erklärt Uwe Fischer. In ihren Filmen erzählen er und seine Frau binnen kürzester Zeit ganze Geschichten. Etwa von der Zerstörung Gernikas, Pforzheims im Baskenland gelegener Partnerstadt: Dunkle Wolken ziehen auf, Flugzeuge erscheinen am Himmel und werfen ihre Bomben ab. Sie zerstören die Gebäude und töten die Menschen. Auch wenn sie aus Ton geformt sind, kann man ihnen die Verzweiflung in den Gesichtern ansehen.

Ein Film, der unbequem ist, der nachdenklich macht, und an dessen Ende die beiden Künstler klar Stellung beziehen. Sandra und Uwe Fischer bringen ihre Zuschauer zum Nachdenken. Zum Beispiel über den digitalen Wandel und seine Folgen: über Dinge wie künstliche Intelligenz, soziale Netzwerke und Online-Shopping. Während die Filme an die Wände projiziert werden, erklingt Musik. Sie verleiht den bewegten Bildern erst ihre Stimmung und hilft so dem Zuschauer, sie zu deuten. Nach anderthalb Stunden wird viel Beifall gespendet.