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125 Mitglieder hat der Förderverein des Kammerorchesters. Die meisten kamen zum Dankkonzert in der Auferstehungskirche. Foto: Tilo Keller
125 Mitglieder hat der Förderverein des Kammerorchesters. Die meisten kamen zum Dankkonzert in der Auferstehungskirche. Foto: Tilo Keller
Unter der Leitung von Timo Handschuh zeigt die Solistin Louise Wehr, was sie kann. Foto: Tilo Keller
Unter der Leitung von Timo Handschuh zeigt die Solistin Louise Wehr, was sie kann. Foto: Tilo Keller
23.05.2017

Mit einem Konzert bedankt sich das SWDKO bei seinem Förderverein

Ein- und Ausgang des Konzertabends sprühten vor purer Lebensfreude. Zum Auftakt spielte das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim (SWDKO) in der evangelischen Auferstehungskirche Wolfgang Amadeus Mozarts „Mailänder Sinfonie“ (KV 155) – ein in Mailand ursprünglich für Streichquartett komponiertes Werk. Kraftvoll herausgearbeitete Akzente zeichneten die Wiedergabe des einleitenden Allegros aus, mit heiterem Serenaden-Ton und zarten Einzelstimmen erfreute das elegisch getragene Andante. Und zuletzt beschenkte das Kammerensemble die begeisterten Zuhörer mit einer temperamentvollen, folkloristisch-feurigen Interpretation des ersten „Ungarischen Tanzes“ von Johannes Brahms.

Das SWDKO und Chefdirigent Timo Handschuh hatten die 125 Mitglieder ihres Fördervereins zu einem Sonderkonzert geladen, ein Dankeschön für materielle und emotionale Unterstützung – und ein Programm zusammengestellt, das den Vorlieben traditioneller Kammermusikfreunde entgegenkam. Neben Mozart und Brahms waren Johann Stamitz, Joseph Haydn und Felix Mendelssohn Bartholdy vertreten.

Die aufgeführte Stamitz-Sinfonie in A-Dur zeichnete sich durch dynamische Feinausarbeitung und im Mittelsatz durch ihre tänzerisch-liedförmige Thematik aus. Als Höhepunkt präsentierte das Konzertprogramm eine junge, vielfach preisgekrönte Solistin: In Haydns C-Dur-Konzert für Violine und Orchester begeisterte Louise Wehr mit leuchtend frischem Geigenton, ausgefeilter Technik und charaktervoller Interpretationskunst, natürlich auch mit jugendlichem Charme und Eleganz.

Singende Melodiebögen

Faszinierend ihre klangsatten Doppelgriff-Passagen, die aufblühenden Spitzentöne, die singenden Melodiebögen über Orchester-Pizzikati im Adagio-Mittelsatz. Was das Pforzheimer Kammerorchester in sinfonischer Hinsicht zu leisten vermag, zeigte das Ensemble unter der umsichtigen Leitung Timo Handschuhs mit der kontrastreich ausgestalteten Interpretation von Mendelssohns „Schweizer Sinfonie“. Mit zackigem Auftakt, schwermütig-dunklen Abschnitten und rasanten Klangballungen beeindruckte der erste Satz.

Gedehnt langsam dann das Wechselspiel der ersten und zweiten Geigen auf der einen, der Bratschen und Bässe auf der anderen Seite. Vibrierend vital kam das Scherzo daher, rasant flirrend der Final-Satz. Ein Abend, der gewiss auch den anwesenden Altvorderen des SWDKO – darunter Dirigent Vladislav Czarnecki und Konzertmeisterin Helena Bondarenko – gefallen hat.