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Der Karlsruher Miwate begeistert seine jungen Fans. Foto: Roller
Der Karlsruher Miwate begeistert seine jungen Fans. Foto: Roller
20.11.2017

Mix aus Reggae und Hip-Hop bringt Kupferdächle zum Beben

Pforzheim. Um kurz nach neun betreten am Freitagabend Schlagzeuger, Bassist und Gitarrist die Bühne des Pforzheimer Kupferdächle. Als ein satter Bass wummernd durch den Saal dröhnt, drehen sich die in Gespräche vertieften, vorwiegend jugendlichen Zuhörer einer nach dem anderen um. Ein junger Mann mit kurzen, schwarzen Haaren und einem Bart kommt auf die Bühne gerannt und greift nach dem Mikrofon. Er nennt sich Miwata. und noch bevor er loslegt, bittet er: „Kommt alle mal zwei Schritte weiter nach vorne.“ Das klappt bei dem Mittzwanziger im schwarzen Pullover sofort. In den folgenden anderthalb Stunden wird er mit nichts anderem als seiner Musik den Boden des Kupferdächle zum Beben und die jugendlichen Zuhörer bisweilen an den Rand der Ekstase bringen.

Im Gepäck hat er entspannte Songs mit eingängigen Rhythmen und einer nach vorne treibenden Basslinie, die sich stilistisch zwischen Reggae, Hip-Hop, Pop und Dancehall bewegen. Sie tragen Titel wie „Auf dem Weg Richtung Sonne“, „Nicht ohne Grund“, „Eins eins“ oder „Näher zusammen“. Seine Texte haben Inhalt und Substanz, handeln von Freundschaft, von Liebe, von Gefühlen und fordern zum Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auf.

Nahtlos kommt Miwata von einem Song zum nächsten. Er verausgabt sich, ist ständig in Bewegung. Über dem ausgelassen feiernden Publikum kreisen die Scheinwerfer wild hin und her. Viele Zuhörer kennen die Lieder auswendig und singen lautstark mit. Einige zücken ihre Smartphones, um Bilder zu machen oder Videos aufzunehmen.

Als Miwata dazu auffordert, die Arme hochzustrecken, klappt das sofort. Später werden auch Fäuste in die Luft gestreckt. Sein Publikum hat er fest im Griff. Nach einer guten halben Stunde wird es etwas ruhiger. Bei einer kurzen Akustik-Session kann Miwata zeigen, was er mit seiner warmen, kräftigen Stimme alles anstellen kann. Das Konzert endet nach anderthalb Stunden so abrupt, wie es angefangen hatte: Plötzlich verlassen Miwata und seine drei Musiker die Bühne. Zurück bleibt ein Publikum, das so perplex ist, dass es einige Sekunden braucht, bevor es in lautstarke „Zugabe“-Rufe einstimmt. Der Wunsch wird mehrfach erfüllt – unter anderem in Form der neuen Single „Süß wie ein Glas Honig“.