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Die drei besten Fotos mit der „selfiboxx“ werden prämiert. Foto: Gulyas
Die drei besten Fotos mit der „selfiboxx“ werden prämiert. Foto: Gulyas
Harald Kröners Installation „gracehoper“ zieht als Erste in den nur zehn Quadratmeter großen Kubus am Markplatz ein. Die Stirnseite hat die Künstlerin Stephanie Kiwitt gestaltet.
Harald Kröners Installation „gracehoper“ zieht als Erste in den nur zehn Quadratmeter großen Kubus am Markplatz ein. Die Stirnseite hat die Künstlerin Stephanie Kiwitt gestaltet.
17.07.2015

Mobiles Museum startet auf dem Marktplatz

Pforzheim. Es bleibt nur ein Tag Zeit – danach ist die Kunst schon wieder weg. Denn beim Mobilen Museum, das seit Freitag auf dem Marktplatz aufgestellt ist, hat jeder der 27 ausstellenden Künstler aus der Region nur einen Tag Zeit, um seine Werke zu präsentieren.

In den frühen Morgenstunden wird aufgebaut, ab 10 Uhr ist das kleine graue Häuschen dann für das Publikum geöffnet, der Künstler ist anwesend und steht für Gespräche zur Verfügung. Abends räumt er seine Kunst wieder weg, macht Platz für den Nächsten – nicht einfach so, sondern jeden Tag mit einer Finissage um 18 Uhr.

Den Anfang macht heute der Pforzheimer Künstler Harald Kröner mit seiner Installation „gracehoper“. Gestern ist er noch durch Baden-Württemberg gefahren, hat die Einzelteile zusammengetragen. Heute hat er sein Werk im Mini-Museum aufgebaut. Was erwartet die Kunstinteressierten bei der Installation? „Der Titel ,gracehoper’ stammt aus James Joyce’ Roman ,Finnegans Wake’. Er bezeichnet ein Wortspiel“, sagt Kröner: „Eigentlich könnte man es mit Gnade-Erhoffer übersetzen. Aber auf der Klangebene hört sich das Wort natürlich so ähnlich wie ,grasshopper’ – also Grashüpfer – an.“ Und so bildet die leuchtende Neonschrift mit ebenjenem „gracehoper“ den zentralen Bestandteil der Installation, um die sich verschiedene kleinere und eine größere Zeichnung gruppieren – teils gerahmt, teils ungerahmt. Denn Kröner diskutiert mit seinem Werk das Verhältnis von Kunst und Natur, zwischen der Begrenzung durch den Rahmen und Uferlosigkeit der ungerahmten Zeichnungen – eben zwischen beiden Ebenen des Wortspiels.

Darüber, dass auch Passanten sein Werk sehen werden, die sonst keine Ausstellung besuchen würden, freut sich Kröner ganz besonders – und auf die Vielfalt des Mobilen Museums, das an jedem Tag zu einer neuen Konfrontation zwischen Mensch und Kunst einlädt. Der Einladung des Kulturamts sind insgesamt 27 Künstler gefolgt, aus Pforzheim, der Region – und ganz Baden-Württemberg.

An einem Tag (25. Juli) wird das Mobile Museum von der „Pforzheimer Zeitung“ bestückt.

Neben Kunstwerken aus den Beständen des Medienhauses mit Bezug zum Zeitungsmachen gibt es als interaktiven Höhepunkt eine Selfie-Box, mit der jeder Fotos von sich schießen kann. Die Bilder werden auf der Internetseite der PZ als Fotogalerie veröffentlicht – die drei besten Bilder werden außerdem mit attraktiven Preisen prämiert und erscheinen in der Zeitung. Doch auch die PZ hat nur einen Tag Zeit – und macht Platz für den täglichen Wechsel der Künstler. Bis das Mobile Museum am Samstag, 1. August, seine endgültige Finissage feiert.