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20.05.2016

Morgen feiert „Abu Hassan“ Premiere im Theater

Pforzheim. Mit Carl Maria von Webers „Abu Hassan“ steht morgen ein eher selten zu hörendes Werk auf dem Spielplan des Pforzheimer Theaters – und das mit einer ebenso ungewöhnlichen Geschichte: Anstelle von Wein, Konfitüre und Pastetchen gibt’s nur noch Brot und Wasser für Abu Hassan und seine Frau Fatime.

Denn beide haben ihr ganzes Geld verprasst. Ihre Gläubiger werden ungeduldig. Abu Hassan hat die rettende Idee: „Wir sterben.“ Nach alter Sitte übernimmt nämlich das Kalifenpaar die Begräbniskosten. Sich selbst für tot auszugeben, ist schon ein gewagter Trick. Dass diese List Abu Hassans nicht funktionieren kann, versteht sich fast von selbst.

Regisseurin Kerstin Steeb bringt Webers Einakter als Jugendoper auf die Bühne und beleuchtet die Faszination des Unbekannten und die Kraft der Fantasie. Das Publikum verbringt den Abend tatsächlich auf der Bühne – zusammen mit den Sängern, Schauspielern, einem Kammerorchester und dem eigens für die Produktion gegründeten Jugendchor des Theaters.

Die Begeisterung für den Orient ließ Carl Maria von Weber nicht los, nachdem er einen Aufsatz über Mozarts „Entführung aus dem Serail“ verfasst hatte, und so nahm er sich die Geschichte von „Abu Hassan“ aus „Tausendundeine Nacht“ vor und schrieb herrliche Musik dazu. Für das Theater Pforzheim ist das Singspiel eine echte Entdeckung, eine Oper über eine große Liebe und verrückte Ideen und ein poetischer Leckerbissen. pm