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Gut eingespielt: Ewald Krumpholz (Fiddle), Matthias Moehring (Kontrabass, Gesang), Egbert van der Hammen (Gitarre, Gesang), Martin Gross (Dobro, Gesang) und Armin Kretschmar (Banjo, von links).  Foto: Frommer 

Mr. Big Stringband gibt fulminantes Konzert im Bahnhof Weißenstein

Pforzheim. Es gibt Spielstätten, die ein Schattendasein fristen. Noch. Am Dienstag fand im Weißensteiner Bahnhof erstmals eine Veranstaltung des Folkclubs Prisma statt: Die Mr. Big Stringband aus Ludwigsburg und aus dem Großraum Stuttgart nutzte die historische Bahnstation an der Nagoldtalstrecke zu einem fulminanten Konzert.

Die Band gastierte ausnahmsweise als Quintett: Martin Gross (Dobro, Gitarre und Gesang), Egbert van der Hammen (Gitarre, Kontrabass und Gesang), Ewald Krumpholz (Fiddle), Matthias Moehring (Gitarre, Kontrabass und Gesang) hatten sich um Armin Kretschmar (Banjo) verstärkt, da sich Martin Gross an der Hand verletzt hatte, und sie, obwohl im eigenen Sanitätshaus verarztet, am Banjo nicht einsetzen konnte. Was der Spielfreude der Mr. Big Stringband jedoch keinerlei Abbruch tat. Besonders der dreistimmige Gesang der Formation – etwa bei „Roly Poly“ – war in jeder Phase des Konzerts hörenswert.

„Ich finde die Mr. Big Stringband klasse“, so Hese Schröter im PZ-Gespräch, „weil sich ihr harmonisches Zusammenspiel direkt aufs Publikum überträgt.“ So sahen es wohl auch die etwas mehr als 50 Zuschauerinnen und Zuschauer im von den Eisenbahnfreunden Pforzheim bereitgestellten Wartesaal des Weißensteiner Bahnhofs: Mit „Acoustic Americana“ lässt sich der bestens gelaunte Stil der „Mr. Big Stringband“ beschreiben, der von Folk bis Blues, von Rhythm and Blues bis Bluegrass und Western Swing reicht.

Rasant wie eine Spieluhr

Gerade bei den schnellen Songs zeigten die fünf Musiker ihre Klasse: Der „East Virginia Blues“ gelang ihnen beispielsweise in so rasantem Tempo, wie es sonst allenfalls eine hervorragend gewartete Spieluhr vorlegen kann. Weitere Höhepunkte waren Titel wie der Folksong „Man Of Constant Sorrow“, die Schwarzbrenner-Hymne „Moonshiner“ oder das Schottische Traditional „Jock Stewart“, bei dessen Refrains „So be easy and free, come and drink here with me“ (fast) der gesamte Saal vergnügt mitsang. Das Konzert klang mit drei Zugaben – zuletzt „Some Days Are Diamonds“ – und kräftigem Beifall aus. Klasse.