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Eine Handschrift auf Pergament von Josephus Flavius.  bsbB
Eine Handschrift auf Pergament von Josephus Flavius. bsbB
24.02.2016

Multikulti im Mittelalter: Ulm zeigt die Ausstellung „Glaubensfragen. Chatrooms auf dem Weg in die Neuzeit“

Ulm. Mit einer neuen Sonderausstellung macht das Ulmer Museum das Zusammenleben der Religionen im Mittelalter und der frühen Neuzeit im süddeutschen Raum zum Thema. Die Schau „Glaubensfragen. Chatrooms auf dem Weg in die Neuzeit“ wird am Sonntag eröffnet. „Es geht um die positive Beziehung der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum, Islam“, kündigt Museumsdirektorin Gabriele Holthuis an.

Zwischen Ulm und Bodensee lebten damals Christen, Anhänger gegenkirchlicher Bewegungen und Juden. Ulm war eines der Hauptzentren der jüdischen Kultur in Süddeutschland. Zwar waren keine Muslime ansässig, aber der Koran und islamische Wissenschaften waren nicht unbekannt. Jenseits aller politischen oder religiösen Grenzen wurde zwischen den Gelehrten und Geistlichen fleißig kommuniziert. „Chatrooms hat es immer gegeben. Damit ist gemeint, dass man sich ausgetauscht hat über Medien“, sagt Holthuis.

Rund 80 seltene Handschriften, Miniaturen, Gemälde und Skulpturen dokumentieren das Beziehungsgeflecht zwischen den Religionen. Filmausschnitte, Musikvideos und eine interaktive Spielstation sollen auch junge Besucher locken.