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Pferdle und Äffle dürfen bei Gunzi Heils Auftritte nicht fehlen.  Roller
Pferdle und Äffle dürfen bei Gunzi Heils Auftritte nicht fehlen. Roller
31.10.2016

Multitalent Gunzi Heil begeistert die Zuschauer im Ersinger Bürgerhaus

Kämpfelbach-Ersingen. Gut zwei Stunden lang schaut und hört man ihm zu, dem großen, schlanken Mann mit den langen, blonden Haaren und der roten Hose. Man lacht über seine Scherze, applaudiert für seine selbstgetexteten Lieder, freut sich über zwei riesige Puppen und fordert am Ende sogar lautstark eine Zugabe. Und doch fragt man sich: Was ist dieser Mann eigentlich?

Ein Puppenspieler? Ein Kabarettist? Ein Liedermacher? Oder doch ein Komiker? Die Frage ist durchaus berechtigt, denn so genau kann man das bei Gunzi Heil nicht sagen.

Zumindest nicht, nachdem man ihn im Ersinger Bürgerhaus – und in Ittersbach zu „25 Jahre Museumsscheune“ – live erlebt hat. Dort stellt er teilweise haarsträubende Vergleiche an, erzählt hanebüchene Geschichten und gibt steile Thesen wie ein Maschinengewehr apodiktisch von sich. Beispiel Steinzeit. Wenn es nach Gunzi Heil geht, ist die nämlich noch lange nicht vorbei. Per Steinbrück, Frank-Walter Steinmeier, Albert Einstein, Artur Rubinstein. Alles nur Zufälle? Unmöglich, meint Heil. Da muss mehr sein. Schließlich hat schon Galileo Galilei die Fallgesetze entdeckt, indem er Steine vom Schiefen Turm in Pisa geworfen hat. „Quasi die erste Pisa-Studie.“

Und überhaupt: Auch in der Musik geht es überall um Steine. Drafi Deutscher hat ein „Stein-Material-Kunde-Lied“ gesungen, und der wichtigste Song in der Rockgeschichte dreht sich darum: „Rock Around The Clock“. Oder wie Gunzi Heil singt: „Steine rund um die Uhr.“ Und dann sind da noch die Rolling Stones. Deren Mitglieder seien zwar schon ein bisschen älter, aber, meint Gunzi Heil, aber: „Rollende Steine setzen ja kein Moos an“. Wobei, so ganz stimmt das nicht, denn Moos haben die Musiker im Laufe der Jahre schon genug gemacht. Kein Wunder, wenn man „Kies Richards“ heißt.

So stolpert Heil von einem Thema ins nächste. Irgendwann merkt er selbst: „Man muss nicht allzu viele Worte machen.“ Dann doch lieber Musik. Heil spielt Gitarre, lässt seine Hände über die Tasten des Keyboards gleiten und bläst „das Lied vom Tod“ in die Mundharmonika. Er singt über Stethoskope, über zu kurze Bettdecken und Wurstsalate, die an Fasching aussehen, als hätte man sie schon mal gegessen. Wenn es ihm danach ist, befreit er das Äffle und Pferdle aus einer großen braunen Kiste und lässt sie den „Hafer- und Bananenblues“ singen. So vergehen die zwei Stunden viel zu schnell. Viel Applaus.