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Wirbelwind auf der Bühne: Mungo Jerry und seine Band bringen das Publikum zum Tanzen. Foto: Talmon
27.03.2017

Mungo Jerry begeistert in der Kämpfelbachhalle mit alten Hits und seiner lockeren Art

Kämpfelbach-Bilfingen. Was gibt es über einen Künstler wie Mungo Jerry noch zu sagen, das nicht bereits bekannt wäre? Dass er eigentlich Ray Dorset heißt und aus Großbritannien kommt, weiß schließlich schon jeder. Und dass er gute Musik macht, dürfte sich seit seinem größten Hit „In The Summertime“ von 1970 auch herumgesprochen haben. Was allerdings weniger bekannt ist: Mungo Jerry steht immer noch regelmäßig auf der Bühne. Allein in diesem Jahr rund 40-mal. Eines dieser Konzerte hat der 71-Jährige am Samstag in der Bilfinger Kämpfelbachhalle gespielt. Der örtliche Turn- und Sportverein hat ihn für sein Event „Bilfingen rockt“ verpflichten können.

Bildergalerie: Mungo Jerry: Konzert in Bilfingen

Und so betritt der Weltstar am Samstagabend gegen halb zehn die kleine Bühne der Kämpfelbachhalle – mit einem breiten Grinsen im Gesicht, versteht sich. Während er die letzten Regler an seinem Verstärker dreht, posiert er bereitwillig für die Fotos, die die Zuschauer von ihm schießen wollen. Dann spielt er die ersten zwei Akkorde von „In The Summertime“, bricht abrupt ab und sagt ganz trocken: „Okay, dann Tschüss.“

Natürlich ist das nur ein Scherz. Dorset ist eben immer noch ein Witzbold. Und natürlich gibt es seinen größten Hit an diesem Abend auch noch zu hören. Aber erst gegen Ende des Konzerts. Bis dahin kredenzt er dem Publikum vor allem Songs von früher. Songs, die die meisten seiner Zuhörer noch aus ihrer Jugend kennen dürften. Etwa den Hit „Lady Rose“, der es in der Bundesrepublik zu Beginn der 1970er immerhin auf Platz sieben der Charts geschafft hat. Eine flotte Bluesrock-Nummer, die auch heute noch ganz hervorragend funktioniert: Das Publikum beginnt, zu tanzen. Geklatscht, mitgesungen und gejubelt wird sowieso.

Dass seine Songs auch Jahrzehnte nach ihrem Erscheinen noch so gut ankommen, könnte an der Art liegen, wie Dorset sie präsentiert. Er spielt sie nicht einen nach dem anderen herunter, in der Hoffnung, möglichst schnell wieder fertig zu werden. Sondern er nimmt sich Zeit für jeden einzelnen Song, gönnt sich und seinem Publikum allerdings keine Verschnaufpause. Obwohl am 21. März 71 geworden, ist er immer noch topfit. Er springt auf der Bühne herum, verausgabt sich stimmlich und an seinen Gitarren.

Auch rein optisch ist kaum ein Unterschied zu früher festzustellen. Immer noch trägt er den großen Afro auf dem Kopf und die langen, schwarzen Koteletten – nach wie vor seine Markenzeichen. Gut zwei Stunden lang, eine ausgedehnte „Bierpause“ inklusive, unterhält er das Publikum in der Kämpfelbachhalle mit Songs wie „Alright Alright Alright“, „With A Girl Like You“, „Touch The Sky“ oder „Feels Like I’m In Love“, den er eigentlich für Elvis Presley geschrieben hat – nur der starb, ehe er die Nummer aufnehmen konnte.

Dorset ist völlig frei von Star-Allüren, hat kein Problem damit, sich in der Pause mit seinen Fans fotografieren zu lassen, zu plaudern und Autogramme zu geben: einfach sympathisch.