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Dagmar Dümchen hat Europa den Rücken gekehrt. Zusammen mit Eduardo  Yáñez-Loayza kehrt sie für Konzerte zurück – wie hier ins Gasometer.  Roller
Dagmar Dümchen hat Europa den Rücken gekehrt. Zusammen mit Eduardo Yáñez-Loayza kehrt sie für Konzerte zurück – wie hier ins Gasometer. Roller
22.09.2016

Musikalische Einblicke in die südamerikanische Seele: Konzert des Folkclubs „Prisma“

Pforzheim. Anderthalb Stunden Konzert. Und das Publikum versteht wahrscheinlich kein einziges Wort. Trotzdem gibt es am Ende tosenden Applaus. Wer sich fragt, wie so etwas sein kann, der hat wohl noch nie ein Konzert von Dagmar Dümchen und ihrem Lebensgefährten Eduardo Yáñez-Loayza besucht.

In Pforzheim sind die beiden Musiker auf Einladung des Folkclubs „Prisma“ im Keller des Gasometers zu Gast. Südamerikanische Folksongs haben sie im Gepäck – auf Spanisch. Außerdem zwei Akustikgitarren – und jede Menge Gefühl in ihren Stimmen.

Es sind vor allem die Werke bolivianischer Dichter, die die beiden zum Besten geben. Die Stimme von Dagmar Dümchen ist warm, hat Kraft. Oft schließt sie ihre Augen und legt ihre gefalteten Hände locker auf die Akustikgitarre, die sie auf ihrem Schoss balanciert. Sie singt anrührend, mit Leidenschaft. Yáñez-Loayza entpuppt sich als Künstler an der Gitarre. Lässig zupft er die Saiten, durchstreicht sie und erzeugt so voluminöse Töne. Es sind oft politische und sozialkritische Lieder, die Dümchen singt, in denen es auch um die Sehnsucht nach Gerechtigkeit geht. Auch in „Todo Cambia“ – „Alles verändert sich“.

In „De Regresso“ geht es dagegen um das Gefühl, wenn man von einer langen Reise nach Bolivien zurückkehrt, wenn man zum ersten Mal die Berge wieder sieht. Ein Gefühl, das Dümchen nur allzu gut kennt. Schließlich ist die gebürtige Heidelbergerin vor rund 30 Jahren nach Bolivien ausgewandert. Ihren Zuhörern ermöglicht sie in Pforzheim zusammen mit ihrem Lebensgefährten Eduardo einen tiefen Einblick in die lateinamerikanische Seele, die ganz anders ist als die europäische.