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Mit Verve bezaubert die Sopranistin Natascha Young, am Klavier begleitet sie Ira Maria Witoschynskyj. Foto: Molnar
Mit Verve bezaubert die Sopranistin Natascha Young, am Klavier begleitet sie Ira Maria Witoschynskyj. Foto: Molnar
08.05.2018

Musikalischer Hochgenuss bei Zonta-Club Benefitskonzert in Pforzheim

Pforzheim. „Schön“, sagt ein Zuhörer aus tiefstem Herzen, als die reizende Natascha Young den „Chanson de la Pluie“ von Pauline Viardot beendet. Und tatsächlich: Die zierliche Sopranistin mit deutsch-amerikanischen Wurzeln bezaubert beim Benefizkonzert des Zonta Clubs Pforzheim im Reuchlinhaus durch ihre Ausstrahlung, Anmut und Fähigkeit, ihre Stimme vom zarten zum charakterstarken Ton zu steigern.

„Schön“, sagt ein Zuhörer aus tiefstem Herzen, als die reizende Natascha Young den „Chanson de la Pluie“ von Pauline Viardot beendet. Und tatsächlich: Die zierliche Sopranistin mit deutsch-amerikanischen Wurzeln bezaubert beim Benefizkonzert des Zonta Clubs Pforzheim im Reuchlinhaus durch ihre Ausstrahlung, Anmut und Fähigkeit, ihre Stimme vom zarten zum charakterstarken Ton zu steigern. Mal lässt die Opern- und Jazzsängerin, die am Theater Pforzheim als Maria in der „West Side Story“ begeisterte, die Koloraturen grazil durch die Luft schweben. Mal erfreut sie die 160 Zuschauer – nach einem rasanten Klavierintro von Ira Maria Witoschynskyj – mit der schwungvollen „Aime-moi“-Tanzweise nach der Mazurka op. 33, Nr. 2 von Chopin und Viardot.

Ein kleines Geheimnis lüftet Alexander Weber, der charmant durch die musikalische Fantasiereise führt: Natascha Young mache jeden Tag einen Kopfstand – „immer wenn es passt“. Passend zum Motto des Konzerts „Frühlingsträume“, dessen Erlös dem neuen „Zonta-Fonds gegen Altersarmut von Frauen“ und damit schnell und unbürokratisch in Not geratenen Seniorinnen zugutekommen soll, erklingt die Romanze As-Dur für Cello und Klavier der 16-jährigen Clara Wieck. Ausdrucksvoll, mit glockenartigen Akkorden und innigem Strich, gelingt der Pianistin und Initiatorin des Konzerts, Ljiljana Borota, sowie Cellistin Doreen DaSilva eine gefühlvolle Interpretation. Mit Christian Knebel lässt Borota auch im vierhändigen Klavierspiel an ihrer „blitzenden Virtuosität“, so Weber, keinen Zweifel.

Ausgewählt haben die Pianisten zusammen mit dem Musikwissenschaftler Joachim Draheim die finessenreiche Introduktion und Variationen op. 82, Nr. 2, D 968 A von Schubert, die sie träumerisch, energisch, punktgenau und dynamisch breit spielen. Teils selten zu hörende Kammermusikwerke haben die internationalen Künstler, die alle auf ihre Gage verzichten und von denen einige der Badischen Philharmonie angehören, ins Programm genommen – so auch das Duo op. 63 für Horn und Klavier von Ignaz Moscheles. Bedachtsam beginnt das Stück, bei dem der Hornist Thomas Crome die schottischen Volksweisen gut zur Entfaltung bringt.

Sehr präsent ist auch der flinke Klavierpart der japanischen Pianistin Megumi Sano. Nach einer lustigen Gesangseinlage von Alexander Weber gestalten der Flötist Christoph Müller, Kontrabassist Klaus Dusek und Pianist Christian Knebel einen rhythmusbetonten, samtig-warmen und mitreißenden Abschluss – mit der barocken und jazzigen Suite for Flute and Jazz Piano Trio von Claude Bolling.