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„Sehr musikalisch, ungemein feinfühlig, ausdauernd und hochintelligent“, schwärmt Ljiljana Borota von ihrer Schülerin Verena Pfaff. Foto: Frommer
„Sehr musikalisch, ungemein feinfühlig, ausdauernd und hochintelligent“, schwärmt Ljiljana Borota von ihrer Schülerin Verena Pfaff. Foto: Frommer
07.08.2015

Musikpreisträgerin Verena Pfaff will eigentlich Mathematik studieren

Pforzheim. Teamfähig, willensstark und vielseitig begabt: Pianistin Verena Pfaff hat ein äußerst erfolgreiches Halbjahr hinter sich. Das Abitur am Pforzheimer Hebelgymnasium und den keineswegs minder anspruchsvollen Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Mannheim hat sie dabei sogar zeitgleich absolviert. Ende Mai, beim Bundesmusikwettbewerb, zählte die 18-Jährige erneut zu den Preisträgern in ihrer Altersgruppe – und das wieder in der Duo-Wertung für Singstimme und Klavier; gemeinsam mit der in Tübingen von Helga Spatzek betreuten Sopranistin Inja van Soest (16).

„Eine solche Kooperation über eine so große räumliche Distanz ist sehr aufwendig“, macht Verena Pfaffs Klavierlehrerin Ljiljana Borota im PZ-Gespräch deutlich und lobt Helga Spatzek: „Das geht nur zwischen Kolleginnen, bei denen alles passt.“ Baden-Württemberg, fährt Ljiljana Borota fort, sei beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ qualitativ immer weit stärker repräsentiert als andere Bundesländer. Diesen Niveau-Unterschied innerhalb des Bundes beobachtet die aus Serbien stammende Klavierlehrerin immer wieder, da sie häufig in regionale Wettbewerbs-Jurys berufen wird. „Musik wird mein Hobby bleiben“, legt sich Verena Pfaff im Gespräch fest. Beruflich will sie einer anderen Begabung folgen und Mathematik studieren. In ihrer Freizeit liest sie viel – am liebsten zeitgenössische Autoren wie Franz Schätzing, Andreas Eschbach oder David Foster Wallace – oder widmet sich ihren Haustieren, dem Mischlingsrüden „Robby“ und ihren beiden Katzen.

„Verena kam 2011 als Schülerin zu mir“, berichtet Ljiljana Borota: „Ihr Potenzial habe ich sofort erkannt, denn sie ist sehr musikalisch, ungemein feinfühlig, ausdauernd und hochintelligent. Außerdem hat sie ein sehr hohes Strukturverständnis“ – was sie sowohl in der klassischen Musik, als auch in der Mathematik beflügelt.

„Als ich zu Ljiljana Borota kam“, erinnert sich Verena Pfaff, „hatte ich in den ersten Klavierstunden den Eindruck, alles nochmals neu zu erlernen: Körperhaltung und Ausführungspraxis, Anschlagstechnik und, Fingerfertigkeit, Gehör und Musikalität.“

Die Entscheidung ihrer Schülerin, beruflich Zahlen statt Noten zu wählen, unterstützt Ljiljana Borota: „Auf einer gewissen Ebene ist es natürlich ein Luxus, dieses Können als Genuss, aber nicht als Beruf nutzen zu können.“ Aber ihre musikpädagogische Maxime lautet: „Fördern und eigene Bedürfnisse wecken, aber nie zwingen.“