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Cornelius Burger gibt den Musiklehrer Herrn Hochschnabel. Foto: Molnar
Cornelius Burger gibt den Musiklehrer Herrn Hochschnabel. Foto: Molnar
27.03.2017

Musikunterricht auf der Bühne: Kinderkonzert des Hebel-Gymnasiums

Pforzheim. Für die Kleinsten sind 35 Minuten wohl ein angemessener Rahmen, für die Älteren hätte es ruhig etwas länger und anspruchsvoller sein können – das zweite Kinderkonzert im Großen Haus des Theaters. Dennoch: Der Anfang ist gemacht. Denn erstmals sind neben der Badischen Philharmonie Pforzheim unter Leitung von Carl Philipp Fromherz der Kinderchor des Theaters zusammen mit Fünft- und Sechstklässlern des Hebel-Gymnasiums mit auf der Bühne, die wie ein Klassenzimmer mit Stuhlreihen und Tafel eingerichtet ist.

Der beste Sänger überhaupt

22 Kinder kommen bei der Ouvertüre zu Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ mit ihren Schulrucksäcken herein. Ihr Musiklehrer ist bereits da: Herr Hochschnabel (Cornelius Burger), der sich für den besten Sänger hält und Arien, wie die des Alcindor aus Adolphe Adams Komischer Oper „Der Postillon von Lonjumeau“ aus dem Jahr 1836 schmettert. „Er mag sich so sehr, dass er sich täglich im Spiegel bewundert“, sagt Theaterpädagoge Christoph Traxel, der als Geschichtenerzähler durch das szenische Konzert „Im Reich der Tonleiter“ führt.

Telemann als Klangbeispiel

Dabei geht es um eine Singstunde, bei der die Kinder mit Getuschel und fliegenden Papierbällen zeigen, wie langweilig sie die Übungen finden. Es wird also Schule gespielt, bei der die Zuschauer auch etwas lernen sollen. Über die C-Dur-Tonleiter vor allem, wie sie nach oben und unten geht, wie sie verdichtet wird – und wie es klingt, wenn sich Komponisten nicht an Regeln halten und Töne kreuz und quer verwenden. Veranschaulicht wird dies durch einige düstere Klänge von Anton Webern. Größeres Gewicht hat die humoristische „Schulmeisterkantate“ Nr. 1 und 3 von Telemann, die von Bass Cornelius Burger im Wechsel mit dem Kinderchor gesungen wird. Die hellen Stimmen bilden ein schönes Pendant zum tiefen Timbre des Solisten. Man hätte gerne noch mehr von ihnen gehört, doch bei den Hörbeispielen in der zweiten Hälfte sitzen sie nur auf dem Boden.

Als „Hausaufgabe“ sollen sie herausfinden, wo Tonleitern verwendet werden. Die Badische führt dazu Ausschnitte aus dem vierten Satz der ersten Sinfonie von Beethoven vor und lässt den lebhaften Satz danach in voller Länge erklingen. Bei so viel Unterricht geht der Spaß am Theater etwas verloren.