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21.03.2016

Nackte Haut in der Staatsoper

Stuttgart. Nackte Frauen und Künstler im Alkoholrausch – der Schweizer Kultregisseur Christoph Marthaler (64) hat mit „Hoffmanns Erzählungen“ zum ersten Mal eine Inszenierung für die Staatsoper Stuttgart abgeliefert. Das Premierenpublikum nahm das in einem Zeichensaal auch mit splitternackten Models inszenierte Boheme-Drama um den Künstler Hoffmann am Samstagabend entzückt auf.

Marthalers künstlerischer Weggefährte Sylvain Cambreling, aktuell Generalmusikdirektor der Oper, führte das Ensemble mit blitzsauberem Klang durch die etwa dreistündige Oper von Jacques Offenbach. Vor allem die wegen ihres Koloratursoprans international geschätzte Ana Durlovski setzte zur Freude vieler Zuschauer als Olympia Glanzpunkte. Szenenapplaus und am Ende „Bravo“-Rufe gab es auch für ihre Mitstreiterinnen als Hoffmann-Liebschaften Antonia (Mandy Fredrich) und Giulietta (Simone Schneider). Von diesen drei Frauen träumt Hoffmann, dessen Fantasiewelt Tenor Marc Laho mimisch und stimmlich kraftvoll zeichnete. Das surreale Drama aus der Welt der französischen Boheme dreht sich ganz um die innere Zerrissenheit des Künstlers, der in einer tiefen Lebens- und Schaffenskrise steckt.

Anfang Dezember gibt es noch einmal Jacques Offenbach (1819-1880) in Stuttgart – dann „Orpheus in der Unterwelt“ unter der Regie von Armin Petras

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