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Langsam wird die Tonne gepresst ... Foto: Ketterl
24.11.2017

Neue Kunst aus alter Mülltonne - Objekt „tonnegold“ hat die Gemüter bewegt

Sie wurde getreten, geschlagen, zerkratzt und um die Ecke gebracht: Selten hat ein Kunstwerk in Pforzheim so viele Emotionen hervorgerufen, wie die goldene Mülltonne des Stuttgarter Künstlers Xaver Sedelmeier (58), die seit Mai im Rahmen der Ausstellung „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ auf dem Marktplatz stand.

Bildergalerie: Goldene Tonne wird in der Presse verformt

Sedelmeier, der in den 1980er-Jahren Betriebswirtschaft in Pforzheim studierte, hat sich mit der Geschichte der Goldstadt befasst und während der Arbeit an der Skulptur festgestellt, wie stark das Trauma der Menschen in dieser Stadt sei, die am 23. Februar 1945 „einfach in die Tonne gekloppt wurde“. Dass die Reaktionen auf die seine Arbeit „tonnegold“ so heftig sein würden, damit hat selbst er nicht gerechnet.

„Es war spannend, zu beobachten, wie viele Menschen sich plötzlich mit Kunst beschäftigten“, sagt Kuratorin Regina Fischer. Ganz unterschiedliche Gefühle hat diese handelsübliche Metalltonne mit lediglich goldfarbener Kunststoffbeschichtung hervorgerufen.

Positive, wie sie auf der Internetseite tonnegold.de nachzulesen sind, aber auch fast schon absurde Hasstiraden. Etwa die einer älteren Frau, die sich nur mühsam an Krücken bewegen konnte. Regina Fischer beobachtet sie, wie sie wutenbrannt mit einer Krücke immer wieder auf die Tonnen einschlug und über die dekadenten Pforzheimer schimpft, die sich nun goldene Mülltonnen leisteten. Ist das Kunst? Diese Frage wurde auch dem Kulturamt immer wieder telefonisch gestellt. Und was ist wertvoll? Auch dies hat die Betrachter immer wieder bewegt.

Erinnerung an Vergänglichkeit

Und schnell war klar: So einfach kann dieses viel diskutierte Objekt nicht verschwinden. Sedelmeier hat sich entschlossen, die Tonne in der Autoschrott-Presse zerquetschen, verformen und damit zu einem ganz anderen Kunstwerk werden zu lassen. Eines, das an Vergänglichkeit erinnert und doch aufzeigt, dass aus einer geschundenen Mülltonne Neues entstehen kann.

PF-West
24.11.2017
Neue Kunst aus alter Mülltonne - Objekt „tonnegold“ hat die Gemüter bewegt

Eine Stadt die sich Goldstadt nennt, eine mit "Gold" überzogene Mülltonne mit dem Motto es ist nicht alles Gold was glänz. Da braucht man nicht viel Interpreatationstalent und natürich ist so etwas eine Beleidigung für jeden Pforzheimer, seine eigene Stadt als Mülltonne dargestellt und deren Bewohner sollen dann wohl der Müll sein. Kunst ist es nicht, schön aucht nicht und jetzt ja auch endlich weg. mehr...