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Ute Middel, die Organisatorin des kip-Kunstmarkts. Foto: Bechtle/PZ-Archiv
Ute Middel, die Organisatorin des kip-Kunstmarkts. Foto: Bechtle/PZ-Archiv
06.12.2018

Neue Perspektiven für kip-Kunst: Herbstmarkt soll Weihnachtsausstellung ersetzen

Pforzheim. Das 38. Mal ist das letzte. Nur noch einmal gehen die Mitglieder der Kunstinitiative Pforzheim (kip) und ihre Gäste am 14. Dezember mit ihrem traditionsreichen, dreitägigen Weihnachtskunstmarkt im Rathaus an den Start. Das Aus für dieses besondere Angebot, das viele als Möglichkeit für den Kauf von Geschenken nutzen, bedeutet dies aber trotzdem nicht. „Wir werden“, sagt Mitorganisatorin Ute Middel, „den Kunstmarkt auf den Herbst verlegen und planen einen Neustart im Rathaus und auf dem Vorplatz im Oktober 2019“.

Äußere Umstände als Grund

Es sind in erster Linie äußere Umstände, die zu der Verlegung geführt haben. Immer mehr geriet der Kunstmarkt im Erdgeschoss des Rathauses, der wohlgemerkt keine weihnachtlichen Produkte anbietet, in den Windschatten des Weihnachtsmarkts und der Eisbahn. Zudem stand der Pavillon nicht mehr zur Verfügung, die ehemals drei Zugänge reduzierten sich auf einen, und um den dritten Advent herum häuften sich weitere Veranstaltungen. „Drei große Angebote sind einfach zu viel“, verweist Middel auf die geteilte Aufmerksamkeit für die Initiative, die mit sehr viel ehrenamtlicher Arbeit verbunden ist. Daher kam bereits vor vier Jahren bei ihr und ihrem inzwischen verstorbenen Mann Uwe – beide waren die kip-Initiatoren – die Idee auf, den Kunstmarkt zu verlegen oder zugunsten eines anderen Termins zu kippen. Man habe sich verschiedene Lokalitäten angesehen und nach reiflicher Überlegung kurz vor Uwe Middels Tod entschieden: „Das ist alles nicht ideal.“ Ein neuer Termin sei schließlich als die beste Möglichkeit ins Auge gefasst worden.

Jetzt sind die Würfel gefallen, der seit 1981 existierende Weihnachtskunstmarkt ist nach diesem Jahr Geschichte. Vom 18. bis 20. Oktober will kip an dessen Stelle einen Herbstmarkt anbieten, der mit der Nutzung der Freiflächen vor dem Rathaus neue Möglichkeiten bietet, aber als Basis das bisherige Konzept beibehält. „Es sind wieder Künstler und professionelle Kunsthandwerker dabei – Mitglieder und eingeladene Gäste, damit immer wieder neue Ideen einfließen. Der Markt soll lebendig bleiben“, legt Middel dar. „Gegenwärtig haben wir bereits rund 30 Anmeldungen, und das schließt neue Aussteller ein.“ Dies sei auch durch die Möglichkeit der Außennutzung bedingt: „Da ergibt sich ein ganz neues Spektrum mit vielen interessanten Leuten, das nicht nur Ausstellungen, sondern ebenso Vorführungen enthält – beispielsweise von einem Schmied.“

Viel Tatendrang und Ideen

Angedacht ist auch ein Verbund mit anderen künstlerischen Ausdrucksweisen. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir die Musik einbeziehen“, zeigt Middel weitere Perspektiven auf. Und weil auch das körperliche Wohlgefühl dazu gehört, soll das Kulinarische beim Herbstmarkt ebenfalls eine Rolle spielen. kip jedenfalls schaut mit viel Tatendrang und Ideen auf die Zukunft. „Ich bin sehr optimistisch“, erleichtert Middel den Abschied vom bisherigen Konzept.