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28.04.2008

Neue Theatersaison: Boulevard und Klassiker

PFORZHEIM. Es ist ein Schwerpunkt seines Programms: Als einzige Uraufführung, die das Schauspiel am Theater Pforzheim in der kommenden Spielzeit erleben wird, hat Murat Yeginer mit „Bertha Benz auf abenteuerlicher Fahrt“ ein Stück für Kinder gesetzt. Denn gerade dem Theater für junge Menschen will der neue Schauspieldirektor großen Stellenwert einräumen.

Als weitere Säulen seiner Arbeit sieht er die Betonung des Schauspieler-Theaters und des regionalen Aspekts. In den Spielplan umgesetzt bedeutet dies: Boulevard und Stücke, die auch für Schulen interessant sind. Den Auftakt bildet Shakespeares Klassiker „Ein Sommernachtstraum“ in der Regie von Murat Yeginer, zu dem sich die Deutsch-Abitur Sternchenthemen „Die Räuber“ von Schiller und „Der Prozess“ von Kafka gesellen.

Komödien hat das Schauspiel auch in reichlichem Maße zu bieten: „Nächstes Jahr, gleiche Zeit“, der Broadway-Hit von Bernard Slade, der vor allem durch die Verfilmung bekannt wurde, „Taxi Taxi“ von Ray Cooney („Außer Kontrolle“), der wieder ein wahres Feuerwerk an Ideen abbrennt oder die Komödie „Der Gott des Gemetzels“ von Jasmin Reza, „eines der meistgespielten Stücke der vergangenen zehn Jahre“, so Chefdramaturgin Georgia Eilert. Und bis Juni dieses Jahres auch am Badischen Staatstheater zu sehen.

Der Autor Neil LaBute gehört ebenfalls zu den höchst Erfolgreichen und wird mit dem Stück „Wie es so läuft“ im Mai kommenden Jahres in Pforzheim Premiere haben – allerdings nicht im Stadttheater, sondern in den Räumen der Hochschule Pforzheim, wo auch die Proben stattfinden werden. Die Kooperation mit der Hochschule ist eines der Projekte von Murat Yeginer. Ein anderes aus der neuen Reihe „Das andere Theater“ ist der dreitägige Austausch einer Produktion mit dem Theater Oldenburg. Von dort kommt Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ in einer neuen Bearbeitung und mit Murat Yeginer in der Rolle des Willy Lohman. Der neuen Schauspieldirektor, der seit 1987 zuerst als Schauspieler und dann auch als Regisseur in Oldenburg engagiert ist, sei gerade in diesem Stück ein wahrer „Publikumsmagnet“ gewesen, schildert die Chefdramaturgin. Die Pforzheimer schicken ihrerseits „Wie es so läuft“ auf den Weg nach Norden.

Mit „Motortown“ von Simon Stephens nimmt sich das Schauspiel ab 30. Mai 2009 schließlich eines aktuellen Themas an: Als der junge Engländer Danny aus dem Irak-Krieg zurückkommt ist nichts mehr so wie es war – in seiner Heimat und in ihm selbst. Und obwohl in Pforzheim „alles was gut und teuer ist“ im Musicalbereich bereits gespielt worden sei, hat Yeginer ein Stück entdeckt, das auch für Schauspieler eine Fettlebe ist: „Shockheaded Peter“, das Musical von McDermott, Crouch und Jacques nach dem berühmten Kinderbuch „Struwwelpeter“ des Irrenarztes Dr. Heinrich Hofmann.