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Blick ins Buch: Links die Skizze der „Calla“ von René Dantes und die Umsetzung. Rechts eine Fotoarbeit von Winfried Reinhardt.
Blick ins Buch: Links die Skizze der „Calla“ von René Dantes und die Umsetzung. Rechts eine Fotoarbeit von Winfried Reinhardt.
Über das gelungene Buchprojekt freuen sich die Beteiligten – Axel Baumbusch, René Dantes, Claudia Baumbusch, Gert Hager, Gülsen Aradag und Katja Wengert (vorne von rechts) mit den Sponsoren und den Quartiersräten vor der Skulptur „Calla“ am Quartiersplatz an der KF.
Über das gelungene Buchprojekt freuen sich die Beteiligten – Axel Baumbusch, René Dantes, Claudia Baumbusch, Gert Hager, Gülsen Aradag und Katja Wengert (vorne von rechts) mit den Sponsoren und den Quartiersräten vor der Skulptur „Calla“ am Quartiersplatz an der KF.
11.12.2015

Neues Buch „KF – Urban Nature. Ein Quartier entfaltet sich“ präsentiert.

Dieser Bildband passt genau in die Vorweihnachtszeit – nicht nur weil er ein schönes Geschenk ist: „Eine ganz besondere Geburt habe ich heute zu vermelden“, sagt Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch, „die Geburt eines bemerkenswerten und ungewöhnlichen Buchs anlässlich der Wiedergeburt eines ungewöhnlichen Stadtteils.“ Druckfrisch ist dieser im J. Esslinger-Verlag erschiene Band gestern vor Ort vorgestellt worden: „KF – Urban Nature.

Pforzheim. Ein Quartier entfaltet sich“ ist ebenso Kunstbuch wie Dokumentation, gibt Einblick in die neue Skulpturenmeile des Künstlers René Dantes und erzählt von den großen Veränderungen, die das Quartier durch die Umgestaltung erfahren hat.

„Hier ist zusammengewachsen, was zusammengehört“, beschreibt Oberbürgermeister Gert Hager das „kongeniale Zusammenwirken“ von Kunst, Stadtentwicklung und Quartiersrat. Und so spiegelt das Buch auch in zahlreichen Zitaten und Fotografien dieses neue Zusammenleben der fast 3000 Menschen aus 58 verschiedenen Nationen an der Kaiser-Friedrich-Straße wider.

Die ersten beiden Kapitel des Buchs, die Claudia Baumbusch verfasst hat, beschäftigen sich mit den Skulpturen von René Dantes und deren aufwendigem Entstehungsprozess. Da gibt es Einblicke in sein Atelier an der KF 48, da kann der Leser miterleben, wie aus einer Zeichnung ein Modell und schließlich eine Skulptur wird. Und anschaulich wird gezeigt, „dass die formvollendeten Skulpturen an keiner Stelle die Mühen ihrer Realisierung verraten“, schildert Baumbusch. Ausführlich dokumentiert wird auch die Skulpturenmeile mit einer Betrachtung der fünf Großplastiken, von denen Dantes vier eigens für den jeweiligen Standort entworfen und umgesetzt hat. „Und genau da liegt einer der Trümpfe der Skulpturenmeile, dass es dem Künstler auch ohne Grünstreifen und durchgestaltete Platzanlagen gelungen ist, seine Werke prägnant zu platzieren“, betont die Kunsthistorikerin.

Begegnungen mit Menschen

Bildgewaltig hat der Fotograf Winfried Reinhardt all dies eingefangen. Doch nicht nur seine Aufnahmen von der KF und ihren Menschen bereichern den Band, auch der Künstler Reinhardt präsentiert sich mit starken Arbeiten. Denn das dritte Kapitel des Buchs zeigt die Fotografien, die er als befreundeter Gegenpart zu den vegetabilen Anmutungen der Dantes-Plastiken realisiert hat: „Mit den franziskanisch strengen Detailaufnahmen vom Spontanwachstum auf seinem Balkon an der Osterfeldstraße und weiteren Pflanzen in unmittelbarer Nachbarschaft der KF“, so Baumbusch, fügt er seinen spannenden Part zum Thema „Urban Nature“ hinzu. Das vierte Kapitel dreht sich um das Thema „Kulturelle Vielfalt und Begegnungen im Quartier“, geschrieben von den beiden Quartiersmanagern Katja Wengert und Axel Baumbusch. Und da ist sich Claudia Baumbusch mit den zahlreich bei der Buchpräsentation anwesenden Quartiersräten und Mitbürgern einig: „Ohne das Zutun der Beiden und dem Engagement von René Dantes wäre diese Kunstinitiative von innen, also aus dem Quartier heraus, wohl kaum von Erfolg gekrönt gewesen.“ Nicht zu vergessen Stadtplaner Reinhardt Meier, der im Zusammenwirken mit allen anderen Akteuren „aus einer ungeliebten Durchgangsstraße mit enger Häuserschlucht einen zukunftsfähigen Straßenzug von hoher Aufenthaltsqualität hat entstehen lassen.“ Und so ist Meyer auch der Verfasser des Schlusskapitels, das sich kurz mit der Geschichte der KF, der Sanierung und dem neuen „Vorzeigequartier“ befasst.

Ergänzt wird der Inhalt durch Grußworte und kurze Essays unter anderem von PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer, G.Rau-Geschäftsführer Axel Pfrommer und OB Gert Hager. Gestaltet bei Regelmann-Kommunikation und gedruckt bei Karl Elser, kommt der Erlös des 68-Seiten-Buchs zu jeweils einem Drittel der Mädchengruppe und der Flüchtlingsarbeit im Quartier sowie „Menschen in Not“ zugute.