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Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister wird am 24. Dezember 70.  Foto: Gebert
Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister wird am 24. Dezember 70. Foto: Gebert
Im Gelenkbus sind die Pforzheimer unterwegs nach Ludwigsburg. Foto: Pfäfflin
Im Gelenkbus sind die Pforzheimer unterwegs nach Ludwigsburg. Foto: Pfäfflin
27.11.2015

Noch einmal Lemmy sehen: Motörhead in Ludwigsburger MHP-Arena

Pforzheim. Die blonde Perücke hat Carsten Birkle zu Hause gelassen. Die ist normalerweise unverzichtbarer Bestandteil, wenn es um die Musik von Motörhead geht. Denn der Sänger und Bassist der Pforzheimer Tribute-Band „The Watcher“ ist heute unterwegs. Mit 65 anderen Motörhead-Fans aus Pforzheim, um Lemmy live in Ludwigsburg zu erleben.Zum zehnten Mal bereits hat Andreas Reiner gemeinsam mit Birkle die Tour organisiert. „Und von Jahr zu Jahr wurden die Busse größer“, sagt Carsten Birkle. Denn es sprach sich schnell herum, dass da eine super Truppe unterwegs ist, die bei der Fahrt im Linienbus zum Motörhead-Konzert jede Menge Spaß hat – Luftgitarre-Spielen inklusive.

Auch dieses Mal darf die schwarze Kutte, das Fan-Sweatshirt – gerne auch schon mal 15 Jahre alt – nicht fehlen. „Inzwischen geht es allerdings doch weitaus gesitteter zu“, konstatiert Birkle mit einem Lächeln. Er ist Lemmy-Fan seit 1982 – als er mit 14 sein allererstes Konzert überhaupt besuchte.

In der ausverkauften MHP-Arena in Ludwigsburg haben bereits Girlschool und Saxon kräftig eingeheizt, als nach bombastischem Intro Ian Fraser Kilmister die Bühne betritt. Und sich – unverrückbar – unter dem hochstehenden Mikro platziert. Brachial und mit irrem Tempo donnert „Bomber“ zum Auftakt durch die Halle, lässt die Fans jubeln und die Fäuste in die Höhe recken. Und etwas genauer hinschauen und -hören: Dünn ist Lemmy geworden, spindeldürre schwarzbehoste Beine ragen aus fast übergroßen weißen Schuhen. Dünn ist auch seine Stimme geworden, kraftlos geht sie samt seinem Bassspiel in dem schlecht abgemischten Sound unter, während Mikkey Dee auf sein Schlagzeug eindrischt und Phil Campbell seine Gitarre jaulen und kreischen lässt. Ein Song mündet – manchmal von den völlig unverständlichen Ansagen des fast 70-Jährigen unterbrochen – fast nahtlos in den nächsten.

Bis bei „Ace Of Spades“ und zum Schluss „Whorehouse Blues“ und „Overkill“ wieder alle da sind: „Rock ’n’ Roll never dies.“ Ob Carsten Birkle im kommenden Jahr wiederkommen wird? So ganz sicher ist er nicht: „Aber es war auf jeden Fall ein würdiger Abschied“.