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Fredi Noël gibt den Rektor „Zeus“ (links), Lars Fabian als spitzbübisch-wendiger Pfeiffer.  stadttheater
Fredi Noël gibt den Rektor „Zeus“ (links), Lars Fabian als spitzbübisch-wendiger Pfeiffer. stadttheater
26.02.2018

Nostalgischer Schülerspaß – „Feuerzangenbowle“ begeistert am Stadttheater mit drolligen Typen

Einmal Lausbub sein, frei von Sorgen und Verantwortung – das will der Schriftsteller Johannes Pfeiffer. Von seinen Freunden wird der einst privat erzogene „Pfeiffer mit drei f“ zurück in die Kindheit geschickt. Auf ein Kleinstadtgymnasium, um nachzuholen, was er als Kind verpasst hat: Streiche spielen, Lehrer necken, Freundschaften schmieden. Die Geschichte der „Feuerzangenbowle“ ist Kult, hat Heinz Rühmann sie doch in der Verfilmung von 1944 berühmt gemacht. Auf derselben Romanvorlage von Heinrich Spoerl basiert auch die Bühnenfassung am Theater Pforzheim.

Freunde der guten, alten Zeit kommen dabei auf ihre Kosten: Nostalgisch kommt die Komödie daher, als Kammerspiel mit Musik der 1940er-Jahre, das von seinen drolligen Typen in karierten Kniehosen lebt.

Doch die Schauspieler entwickeln ihr eigenes Stück, gehen in ihrer Rolle auf. Die Inszenierung von Martin König konzentriert sich auf die Freude an kindlichem Schabernack, verzichtet auf moderne Einfälle. Auf einer ringsum bespielten Drehbühne (Ausstattung: Katrin Busching) befindet sich ein zusammengeschustertes Klassenzimmer mit steiler Treppe, altmodischen Schulbänken und schiefen Wänden.

Um einen Tisch mit Feuerzangenbowle – in der Pause wird das Getränk den Gästen serviert – versammeln sich nur zu Beginn ein paar alte Herren, die in Erinnerungen schwelgen. Diese tauchen als schrullig-liebenswerte Lehrer wieder auf – allen voran Klaus Geber als sächsischer „Bömmel“. Das langjährige Ensemblemitglied begeistert mit seinem Standardsatz „Da stell ma uns mal ganz dömm“, ist ganz der Ruhig-Verstreute, der sich bei den Streichen „bebömmeln“ könnte vor Lachen.

Herrlich auch Aki Tougiannidis als „Schnauz“ mit ulkiger Sprachmacke wie bei „Sätzen Se sech“. Als spitzbübisch-wendiger Pfeiffer mit Nickelbrille und Scheitelfrisur überzeugt Lars Fabian, in ihrer Dreifachrolle als resolute Frau Windscheid, Oberschulrätin und Dr. Hellwig: Lilian Huynen. Den strengen Direktor „Zeus“ gibt Fredi Noël, den Schüleranführer Rosen Bernhard Meindl.

Steffi Baur ist der stets gehänselte Luck, Thorsten Klein der Streber Melworm, Alexander Doderer der dumme Husemann und Clemens Ansorg der schöne Knebel. Als kesse Blondine Eva bezaubert Konstanze Fischer. Als zickige Verlobte ist Anne-Kathrin Lipps zu sehen. Das Publikum spendet viel Applaus.