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Nujeen Mustafa aus Syrien hält ihr Buch „Nujeen – Flucht in die Freiheit“ in Händen.  Prautsch
Nujeen Mustafa aus Syrien hält ihr Buch „Nujeen – Flucht in die Freiheit“ in Händen. Prautsch
21.10.2016

Nujeen Mustafa stellt ihr Buch über die Flucht im Rollstuhl vor

Frankfurt. Frankreich will im kommenden Jahr den Ehrengast-Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse zu einer großen Kulturoffensive in Deutschland nutzen. Ziel müsse es sein, auch für die junge Generation ein gemeinsames Kulturerbe zu schaffen, sagte der französische Premierminister Manuel Vallsam Donnerstag in Frankfurt.

Angesichts der weltweiten Krisen müsse zugleich der europäische Kulturraum verteidigt werden. Für beide Länder sei dies eine große Chance, da wirtschaftliche und politische Kooperation allein nicht ausreichten.

Im gesamten Jahr 2017 wird Frankreich mit Hilfe seiner Kulturinstitute in zahlreichen deutschen Städten mit Literatur, Musik und Kunst präsent sein. Rund 250 französische Autoren werden in Deutschland erwartet, etwa 70 davon dann vom 10. bis 15. Oktober auf der Frankfurter Messe. Hunderte von Werken sollen ins Deutsche übersetzt werden. Vertreter von Kultur, Medien und Menschenrechtsorganisationen aus ganz Europa wollen gemeinsam für die Presse- und Meinungsfreiheit kämpfen. Auf der Buchmesse gab es auf Einladung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ein erstes Treffen, wie der Dachverband der Buchbranche mitteilte. Das Netzwerk gab sich den Namen „Free Words Alliance“. Insgesamt elf Organisationen nahmen teil.

Verbotene Bücher gesammelt

Die Kunstausstellung documenta sammelt auf der Frankfurter Buchmesse verbotene Bücher. Die argentinische Künstlerin Marta Minujin will damit 2017 in Kassel den griechischen Parthenon-Tempel nachbauen. Der künstlerische Leiter der documenta 14, Adam Szymczyk, stellte das Projekt am Donnerstag in Frankfurt vor. Bis zum Beginn der Kunstausstellung im Juni 2017 sollen 100 000 Bücher aus aller Welt gesammelt werden, die entweder früher verboten waren und heute wieder gedruckt werden, oder die in manchen Ländern verboten und in anderen zugänglich sind. Die 17-jährige Nujeen Mustafa aus Syrien stellte auf der Buchmesse das Buch über ihre lebengefährliche Flucht im Rollstuhl durch acht Länder vor. „Flucht in die Freiheit – Im Rollstuhl von Aleppo nach Deutschland“ (HarperCollins) soll Lesern vermitteln, „dass man nie aufgeben darf“, sagte Nujeen Mustafa. „Ich trotze der Tragödie mit einem Lächeln.“ Als Flüchtling sieht sie sich nicht, sondern als Gast. „Es ist unsere Pflicht als Gäste in Deutschland, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Wir müssen dem Rest von Europa beweisen, dass sie falsch liegen und Deutschland Recht hatte, uns aufzunehmen.“

Die Autorin Halo Summer wurde für ihren Fantasy-Roman „Aschenkindel – Das wahre Märchen“ auf der Buchmesse mit dem „Kindle Storyteller Award“ ausgezeichnet. Der mit 30 000 Euro dotierte Preis für Self Publishing wird von dem Onlinehändler Amazon verliehen.