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Vorfreude auf die kommende Saison: Die Leitungsspitze des Theaters Pforzheim und die neuen Mitglieder des Hauses schauen optimistisch in die kommende Saison, die mit der „Zauberflöte“ eröffnet wird.
Vorfreude auf die kommende Saison: Die Leitungsspitze des Theaters Pforzheim und die neuen Mitglieder des Hauses schauen optimistisch in die kommende Saison, die mit der „Zauberflöte“ eröffnet wird. © Seibel
06.09.2010

Oberbürgermeister Hager begrüsst Theaterensemble

PFORZHEIM. Als „Oberbürgermeister, Kulturbürgermeister und Theaterfan“ begrüßte Pforzheims Stadtoberhaupt Gert Hager am Montag alle, die „auf, hinter, vor und unter der Bühne für den reibungslosen Theaterbetrieb verantwortlich zeichnen“. Wobei er dem Ensemble und den Mitarbeiter des Theaters Pforzheim, den Altgedienten ebenso wie den Neuzugängen versicherte, dass die Stadt Pforzheim trotz der sehr angespannten Haushaltslage hinter ihrem Theater stehen würde.

Das Dreispartenhaus am Waisenhausplatz sei einer der „Leuchttürme“ der Goldstadt, das auch in die Region strahlen würde. Die Rathausspitze, der Gemeinderat und die Mehrheit der Bevölkerung Pforzheims würden zu ihrem Theater stehen.

Bestmögliches Theater erwartet

Die kommende Theatersaison, die am 17. September mit Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ eröffnet wird, sei für alle Beteiligten eine Herausforderung: Dies sei aber für jeden, der am Theater arbeitet „das Salz in der Suppe“. Trotz des „sehr engen Etats des Hauses“ erwartet das Stadtoberhaupt, dass „hier das bestmögliche Theater auf die Bühne gebracht wird“. Mit der Qualität ihrer Arbeit könne das Ensemble auch die Etatsituation des Hauses mitbestimmen. Denn durch ein gesteigertes Interesse des Publikums seien auch höhere Einnahmen möglich.

Die Verwaltungsdirektor Gustl Weber inzwischen häufig gestellten Frage „wird das Theater verkauft?“ kann Hager eine klare Absage erteilen. Das Theater Pforzheim bleibe im Besitz der Stadt. Zu diesem irritierenden Gerücht sei es im Zusammenhang mit der Beendigung der für Pforzheim so verlustvollen Derivatgeschäften gekommen. Dafür seien die letzten Rücklagen benötigt worden. Um das daraus resultierende Finanzloch zu schließen, benötige die Stadt einen Kredit.

Dieser könnte aber aus kommunalrechtlichen Gründen nicht von der Stadt direkt aufgenommen werden. Daher würden stadteigene Immobilien in den Besitz einer Gesellschaft übergehen, die wiederum zu 100 Prozent der Stadt gehören würde. Diese Gesellschaft könnte die benötigten Kredite aufnehmen. So würde sich an den Besitzverhältnissen nichts ändern.

„Pforzheim wäre ohne dieses Theater viel ärmer dran“, ist sich auch Verwaltungschef Weber sicher, der auf die Sparanstrengungen des Hauses verweisen kann: Zur Konsolidierung der städtischen Finanzen hätte das Theater 2010 schon einen Beitrag von 381100 Euro geleistet. Dieser sei durch das bis 2013 laufende Budgetierungsmodell nun für die kommenden Jahre festgeschrieben. Positiv zu sehen sei, dass das Land Baden-Württemberg weiterhin zu seinen Kommunaltheatern stehen würde.

So sei der jährliche Zuschuss des Landes für das Pforzheimer Theater seit dem Jahr 2008 um rund 245 000 Euro auf knapp 3,5 Millionen Euro erhöht worden. Die Besucherzahl von Theater und Sinfoniekonzerten ging von 128 322 in der Spielzeit 2008/09 auf 123 792 in der vergangenen Spielzeit zurück, das sei ein Minus von 3,5 Prozent.

Neuer Spielplan kommt an

Positiv wird von Weber hingegen die Abonnement-Entwicklung für die laufende Spielzeit gesehen: Den 490 Kündigungen stünden heute schon 380 Neuanmeldungen gegenüber. Da erfahrungsgemäß im September und Oktober viele Abos abgeschlossen würden, rechnet der Verwaltungschef mit einer Steigerung gegenüber der Spielzeit 2009/10.

Besonders gut habe sich das Konzertabonnement der Badischen Philharmonie Pforzheim und das Jugendabonnement des Hauses entwickelt. Zudem seien die Signale auf den neuen Spielplan positiv. Auch vor diesem Hintergrund appelliert Weber, nicht an der Existenz des Drei-Sparten-Hauses zu rütteln: An die Adresse der Politik richtete er die Bitte, „nicht schnippeln zu wollen“.
Bei der Ensemblebegrüßung versprach auch Operndirektor Wolf Widder „das bestmögliche Theater für diese Stadt“. Die Besucher sollten nicht spüren, dass „die finanzielle Decke sehr knapp ist“.Dem schloss sich auch Schauspieldirektor Murat Yeginer an, der betonte, dass die laufende Migrationsdebatte im Theater Pforzheim schon längst angekommen sei.