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Treffsicherer Wortwitz und analytisches Denken: Olaf Schubert weiß, was seine Fans von ihm erwarten.  Frommer
Treffsicherer Wortwitz und analytisches Denken: Olaf Schubert weiß, was seine Fans von ihm erwarten. Frommer
23.11.2015

Olaf Schubert gastiert mit seinem Programm „So!“ im CongressCentrum.

Pforzheim. Olaf Schuberts TV-Auftritte sind längst Kult. Der sächselnde Pullunder-Träger aus dem Vogtland erreichte durch seine Präsenz in verschiedenen Formaten wie beispielsweise „Night Wash“ und „Quatsch Comedy Club“ sowie durch seine Stammgastrolle in der „ZDF Heute-Show“ bundesweite Popularität.

Seit 2008 hat er in jedem Jahr zumindest einen Comedy-Preis gewonnen. Der selbst ernannte „Betroffenheitslyriker“ surft auf einer erstaunlichen Erfolgswoge. Und natürlich erwartete ihn auch bei seinem Auftritt im Congress- Centrum Pforzheim ein volles Haus. Jeans, Sneakers und der Rauten-Pullunder: Die „Dienstkleidung“ von Olaf Schubert (48) ist längst eine Art Markenzeichen. Die aufgesetzte Harmlosigkeit, hinter der er sein mit treffsicherem Wortwitz gepaartes analytisches Denken verbirgt, auch.

In seiner Show „So!“ bleibt sich Schubert treu. Er lässt seine Kunstfigur scheinbar ziellos durch das Weltgeschehen mäandern, immer nach der Devise: Ein Thema ist für den Komiker immer nur der Rahmen, um frei zu improvisieren. Das Spek-trum reicht von Helmut Schmidts Ableben, dem, so Schubert, „Todesstoß für die Tabakindustrie“, bis zu Dresdens „braunem Feinstaub“. Wirklich neue Akzente setzt er allerdings kaum. Am besten ist Schubert, wenn er Terrorismus, Burka und Pegida in einem Aufwasch mit knappen Wortmarken – „Simsalabim, Salafist“ – und bissigen Sätzen lakonisch geißelt: „Junge Männer tragen plötzlich einen Vollbart. Sie sind eigentlich völlig gesund.“ Oder: „Muslime dürfen keinen Alkohol trinken. Sie können sich ihre Frauen also nicht schönsaufen; deshalb die Schleier. Bei einigen Pegida-Anhängerinnen wäre ein Schleier auch eine intelligente Lösung.“

Weit weniger gelungen sind die musikalischen Einlagen, sobald Schubert sie seinen beiden Musikern – Jochen M. Barkas (Gitarre) und Bert Stephan (Trompete und Bass) – aus den Händen nimmt. Das dramaturgische Mittel der eigenen Statuserhöhung gegenüber dem stoisch-stummen Gitarristen verfängt in Pforzheim nicht und ist allerspätestens bei der Schilderung von dessen Penislänge eher peinlich. Schuberts grausiger Gesang ist ein veritabler „Rausschmeißer“ – und wird von dem Komiker am Ende der Show auch als solcher eingesetzt. Wider zurück in seiner Erfolgsmasche ist Schubert, als er sich beim Publikum für die „sitzenden Ovationen“ schelmisch bedankt.