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Die Sopranistin Miriam Kurrle entführt die Zuhörer nach Wien, in die Hauptstadt der Operette.  Tilo Keller
Die Sopranistin Miriam Kurrle entführt die Zuhörer nach Wien, in die Hauptstadt der Operette. Tilo Keller
26.01.2016

Operette mit Charme: Miriam Kurrle im Franziskus-Forum

Pforzheim. Manchmal sind die Zugaben das Herzstück eines Konzertabends. Eine wunderbar amüsante Darbietung haben die begeisterten Zuhörer im Forum der Pforzheimer Franziskus-Gemeinde zum Abschluss des Konzertes mit Miriam Kurrle und Diethard Stephan Haupt, dem neuen Gemeinde-Kantor, erlebt.

Die von Haupt am Klavier begleitete Sopranistin servierte mit dem „Schwips-Lied“ aus der Johann Strauß-Operette „Eine Nacht in Venedig“ einen musikantischen Heidenspaß: Mit Spielwitz und spritzig gut bei Stimme schweifte die Soubrette durch die Publikumsreihen, nahm manchen Schluck aus dem Champagner-Glas, polierte hier einen Männerkopf und hinterließ dort auf der Stirnglatze eines anderen Opfers ihren roten, dick aufgetragenen Kussmund.

Überhaupt war das Konzert, das mit seinem fröhlichen Charakter in der Faschingszeit durchaus in den kirchlichen Raum passte, eine Charme-Offensive mit Wiener Melodien, eine Liebeserklärung an die Donau-Metropole: „Wien, Wien, nur du allein!“ Dieses hymnische Lied von Rudolf Sieczynski und Motto des Abends eröffnete einen bunten Reigen mit derben Walzern und operettenseligen Höhepunkten. Mal locker im pfirsichfarbenen Ballkleid ans Klavier gelehnt, mal theatralisch verspielt sang Kurrle von „Wien bei Nacht“ und von Frühlingsträumen „im Mondschein, im Prater in Wien“. Den Strauß-Walzer „An der schönen blauen Donau gab das blendend aufgelegte Musikanten-Paar sogar vierhändig zum Besten, um schließlich „zum Abschied leise Servus“ zu sagen. Eckehard Uhlig