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Sorge um den Ruf: das Opernhaus in Stuttgart. Foto: Weißbrod
Sorge um den Ruf: das Opernhaus in Stuttgart. Foto: Weißbrod
14.11.2016

„Opernhaus des Jahres“ hofft auf neue Spielstätte

Stuttgart. Die unlängst zum „Opernhaus des Jahres“ gekürte Staatsoper Stuttgart sieht wegen der geplanten Ausweichspielstätten ihren Ruf in Gefahr. „Wir benötigen ein Interim, in dem wir künstlerisch und wirtschaftlich vertretbar agieren können“, sagte der geschäftsführende Intendant der Württembergischen Staatstheater, Marc-Oliver Hendriks. Heute will sich der Verwaltungsrat des Theaters mit der Frage befassen, an welcher Stelle in der gerade wieder zur Kulturhauptstadt Deutschlands erkorenen Schwabenmetropole ein Ersatzspielort errichtet werden kann.

Angst vor Abwanderung

„Wir gehen von einer Sanierungszeit des Opernhauses von drei bis fünf Jahren aus. Das darf nicht zu einer Beschädigung der großen Marken Oper und Ballett führen“, betonte Hendriks. Der über 100 Jahre alte Theaterbau im Herzen der Stadt ist auch Bühne für die renommierte Ballettcompagnie von Reid Anderson. Hendriks warnte vor der Gefahr, dass Tänzer nach Paris, London oder New York abwandern könnten.

„Wir brauchen einen hinreichend ausgestatteten Funktionskörper in attraktiver Lage“, betonte der Intendant. Pro Jahr gibt es in dem Musentempel mit seinen 1400 Plätzen rund 160 Opern- und 80 Ballettaufführungen. Hendriks warnte vor Einbußen in Millionenhöhe während der Schließung des Stammhauses, sollte es keinen geeigneten neuen Spielort geben. „Das Publikum geht nicht automatisch an jeden Ort“, sagte er. Das Gesamtpaket der Generalsanierung ist mit 300 bis 400 Millionen Euro veranschlagt. Die Kosten tragen das Land und die Stadt.

Wegen der milliardenschweren Bauarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 sind die Möglichkeiten im Stadtkern begrenzt. Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) will im Verwaltungsrat drei Varianten diskutieren lassen. Demnach könnte die Ausweichspielstätte an der Stelle eines früheren Postleitzentrums entstehen, auf einem Areal außerhalb des Zentrums am Mercedes-Benz-Museum oder – in Nähe der bisherigen Oper – im Mittleren Schlossgarten unweit des Planetariums.