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Kulturbürgermeisterin Sibylle Schüssler ist mit der Entscheidung des Gemeinderats pro Ornamenta 2024 höchst zufrieden. Auch Oberbürgermeister Peter Boch setzt sich vehement für die Realisierung des Projekts ein. Links Bürgermeister Dirk Büscher.  Foto: Meyer 

Ornamenta: Gemeinderat verabschiedet Beilage mit großer Mehrheit

Pforzheim. Es dauert gerade mal elf Minuten, dann ist der Drops gelutscht: Mit großer Mehrheit, zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung bringt der Gemeinderat am Dienstag die Ornamenta auf den Weg. Und manche Fraktion wird dabei vom Saulus zum Paulus. „Es gibt unterschiedlichen Enthusiasmus in unserer Fraktion zum Thema Ornamenta“, sagt Hans-Ulrich Rülke, Sprecher der Großfraktion FDP/FW/UB/LED. Dennoch: Auch die Mehrheit dieses Bündnisses stimmt für die Ornamenta, „die ein Erfolg werden muss“, betont Rülke. „Nicht unerhebliche Vorbehalte“, erinnert Norbert Sturm, habe seine AfD-Fraktion noch im vergangenen Jahr gehabt. Doch das ist Schnee von Dienstag: Nachdem nun mehr Realismus eingekehrt sei, die Ornamenta auf breiterer Basis stehe, sei auch seine Fraktion überzeugt.

Warnende Worte wirft Axel Baumbusch von der Grünen Liste in den Großen Saal des CCP: Es müsse klar sein, dass jetzt auch die Haushaltsmittel in Höhe von rund 1,9 Millionen für die kommenden vier Jahre fließen müssten.

„Sonst wird’s nichts.“

Und er fordert ein Wirtschaftskonzept zur Ornamenta ein, denn „wir wollen eine Dachmarke schaffen und kein Event“. Seine „freudige Zustimmung“ verbindet er mit der „freudigen Erwartung“ eines baldigen Konzepts, „denn mit dieser Beilage können wir den Bürgern nicht vermitteln, was die Ornamenta werden soll.“ Das hängt natürlich in erster Linie von dem noch zu findenden Kurator oder der Kuratorin ab, die – so Baumbusch – mit „allergrößten Freiheiten“ ausgestattet werden sollte.

Als wichtigen Schritt für die Zukunft der Stadt werten auch Marianne Engeser (CDU), Annkathrin Wulff (SPD), Felix Herkens (Bündnis 90/Die Grünen), Philipp Dörflinger (Junge Liste) und Christof Weisenbacher (WiP/Die Linke) die Ornamenta 2024.

Pforzheim

Weichenstellungen nicht unumstritten: Stadt soll Kurator für Ornamenta 2 berufen

Einzig Reinhard Klein von der Bürgerliste gießt Wasser in den Wein. Er kann und will nicht nachvollziehen, warum eine „total verschuldete Stadt“ fast zwei Millionen Euro für ein „Event“ ausgeben wolle und ist der Auffassung, dass die Ornamenta wenig zur Attraktivität Pforzheims beitragen könne, eine verbesserte Versorgung mit Kitas, Schulen und Bädern hingegen schon.

Das sagt PZ-Redakteurin Sandra Pfäfflin zum Thema:

"Es wird höchste Eisenbahn: Nachdem scheinbar in den vergangenen Monaten in Sachen Ornamenta wenig vorwärtsgegangen ist, müssen Verwaltung und Kulturamt jetzt einen Zahn zulegen. Denn: Kuratoren-Stelle ausschreiben, Auswahl treffen, im Gemeinderat vorstellen – das kann dauern. Und 2024 kommt früher, als dann manchem lieb sein kann. Großangelegte Konzepte zu entwickeln, wichtige Ausstellungen zu bestücken, bekannte Künstler zu verpflichten, ganz zu schweigen von der Integration der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen – das benötigt eigentlich einen Vorlauf von mehr als drei Jahren. Mit dem gestrigen Rückenwind vom Gemeinderat sollten jetzt schnellstmöglich die Segel gehisst werden. Der Ornamenta-Windjammer muss Fahrt aufnehmen."
Sandra Pfäfflin

Sandra Pfäfflin

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