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In der Reihe „Jazz im Osterfeld“ gastiert heute Florian Ross.  privat
In der Reihe „Jazz im Osterfeld“ gastiert heute Florian Ross. privat
23.10.2015

PZ-Interview mit Musiker Florian Ross über sein Konzert heute im Kulturhaus Osterfeld

PZ: Komponist, Arrangeur, Dirigent, Pianist – gibt es einen Schwerpunkt in Ihrem musikalischen Schaffen? Florian Ross: Über meine Arbeit als Pianist in den unterschiedlichsten Zusammenhängen hat sich bei mir der Wunsch entwickelt, mehr Einfluss auf die Dramaturgie der Musik zu haben, als es als ausübender Musiker im Bereich der Improvisation möglich ist. So habe ich mich über die Jahre hinweg immer mehr mit Komposition und Arrangement beschäftigt und somit die Palette der musikalischen Farben vergrößert. In jüngster Zeit jedoch beschäftige ich mich wieder mehr mit Improvisation in kleinen Ensembles, sozusagen zurück zu den Wurzeln. Letztlich ist Klavier spielen und komponieren der gleiche Vorgang – nur eben in einem anderen Tempo.

PZ: Wie würden Sie Ihre Musik beschreiben?

Florian Ross: Abenteuerlustig – aber immer mit Bezug auf die Musikgeschichte und auf die genialen Kräfte, die schon lange vor mir am Werk waren. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Zugang zu meiner Musik finden kann. Es bedarf keiner Vorbildung, gibt keine Aufnahmekriterien.

PZ: Wie stark sind elektronische Klänge vertreten?

Florian Ross: Auch hier hat sich eine gewisse Rückkehr zu meiner musikalischen Jugend eingestellt. Als ich 1992 Pforzheim verließ, um in Köln zu studieren, habe ich alle Synthesizer und Keyboards verkauft, um mich ganz auf das Klavier zu konzentrieren. Nun finde ich wieder die Zeit und die Lust, auch die elektronischen Sounds zu benutzen. Das Klavier bleibt jedoch zentral.

PZ: Welche Projekte, welche CDs beschäftigen Sie gerade?

Florian Ross: Nachdem ich das erste halbe Jahr 2015 praktisch kontinuierlich mit Schreiben beschäftigt war, lege ich im Moment eine Pause ein. Wahrscheinlich geht es Anfang 2016 mit Planungen für neue Projekte weiter.

PZ: Beim Konzert „drums and more“ treffen Sie auf Percussionist Holger Mertin. Was verbindet Sie menschlich und musikalisch?

Florian Ross: Holger Mertin ist für mich eine ganz neue Bekanntschaft, und doch haben wir uns auf Anhieb sehr gut verstanden. Wir verfolgen bei der Improvisation ganz ähnliche Ansätze. Im Vordergrund steht hier der unprätentiöse Umgang mit Improvisation und einer echten Gestaltung des Moments.

PZ: Beim Konzert heute Abend im Kulturhaus Osterfeld soll das Publikum einbezogen werden. In welcher Form?

Florian Ross: Das wissen wir noch nicht! Heute ist es wichtig für ein Publikum, wirklich zu erleben, wie Musik gemacht wird. Weg von der digitalen Übersättigung des Alltags. Dazu gehört meiner Ansicht nach auch das Recht des Publikums, Fragen stellen zu dürfen, interessiert zu sein, neugierig und offen. Sollte das heute Abend auch so sein, dann freue ich mich jetzt schon auf interaktive Momente.