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Organisator und Organist Mathias Kohlmann. Foto: Bechtle
Organisator und Organist Mathias Kohlmann. Foto: Bechtle
13.09.2017

PZ-Interview mit Organist Mathias Kohlmann: „Das ist Pforzheimer Kultur“

Volle Kirchenbänke bei Orgelkonzerten – in Pforzheim ist das keine Seltenheit. Zumindest beim gerade beendeten 15. Orgelsommer. Organisator und Organist Mathias Kohlmann erklärt, warum.

Wie fällt Ihre Bilanz in diesem Jahr aus?

Mathias Kohlmann: Ich bin angesichts des regen Zuspruchs sehr zufrieden. Das Konzept „Orgel plus“ scheint sich als richtig herausgestellt zu haben. Denn außer beim zweiten Konzert mit dem polnischen Organisten Jan Mroczek gab es immer eine Verbindung von Orgel und Gesang oder anderen Ins-trumenten.

Welches Konzert war denn am meisten nachgefragt?

Das dritte Konzert in der Altstadtkirche mit Klarinette und Orgel „Von Barock bis Klezmer“ kam am besten an – auch, weil es einen folkloristischen Zug hatte. Sehr gut besucht war auch das Konzert, bei dem wir gleich drei Organisten beschäftigt hatten.

Ist es richtig, nicht ausschließlich auf Klassik zu setzen?

Man muss eigentlich nur dem Gebot der Klugheit folgen, und – aus puristischer Sicht – qualifizierte Kompromisse eingehen. Und wenn dann noch, wie am Sonntag, zwei Musiker spielen, die in diesen Genres absolut zuhause sind, dann ist das der Knaller.

Geht es 2018 weiter?

Ja sicher. Denn er Pforzheimer Orgelsommer ist eine Erfolgsgeschichte – und das will bei diesem Instrument schon etwas heißen. Gemeinsam mit Diethard Stephan Haupt sind wir gerade an der Konzeptions- und Programmplanung. Ich könnte mir gut vorstellen, im kommenden Jahr ein Konzert mit Orchester zu machen, etwa Händels- oder Haydns-Orgelkonzert. Außerdem – wieder als Rarität – soll es ein Konzert mit Bratsche und Orgel geben.

Engagieren sich auch zunehmend Sponsoren?

Ja, das ist sehr erfreulich – nicht nur der Finanzspritze wegen, die uns guttut. Es ist auch schön, wenn sich Firmen wie Wellendorff, Goldmann/Lindenberg oder die „Pforzheimer Zeitung“ für den Orgelsommer einsetzen. Denn das ist Pforzheimer Kultur!