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Museumsleiterin Cornelie Holzach blickt auf die Ausstellungsvitrinen im vor zehn Jahren neu eröffneten Teil des Schmuckmuseums.  Seibel/Schmuckmuseum
Museumsleiterin Cornelie Holzach blickt auf die Ausstellungsvitrinen im vor zehn Jahren neu eröffneten Teil des Schmuckmuseums. Seibel/Schmuckmuseum
11.03.2016

PZ-Interview mit Schmuckmuseums-Leiterin Cornelie Holzach

Fast sieben Millionen Euro hat sich die Stadt Pforzheim die Sanierung des Reuchlinhauses und die Erweiterung des Schmuckmuseums um 500 Quadratmeter vor exakt zehn Jahren kosten lassen – „eine Investition nicht nur in ein Gebäude, sondern in die Zukunft der Stadt“, betonte die damalige Oberbürgermeisterin Christel Augenstein.

Wie recht sie hatte, beweisen zehn erfolgreiche Jahre Museumsarbeit mit vielen hochkarätigen Ausstellungen, die nicht nur internationales Publikum, sondern auch die internationale Presse auf die Goldstadt aufmerksam machten. Was sich in der vergangenen Dekade alles bewegt hat, schildert Museumsleiterin Cornelie Holzach.

PZ: Was hast sich in den zehn Jahren im Museum und in der Sammlung verändert?

Cornelie Holzach: Durch die Neueröffnung haben wir eine weitere Sammlungsebene erhalten, die ethnografische Sammlung Herion. Das hat sich wiederum auf die Ausstellungen der kommenden Jahre ausgewirkt. Es gibt jetzt eine Art Ausstellungszyklus: Wir zeigen eine Schau mit zeitgenössischem Schmuck, eine ethnografische Präsentation, eine Ausstellung, die sich eher im lokalen Bereich bewegt und um die Pforzheimer Schmuckgeschichte kümmert, sowie eine historische, international ausgerichtete Ausstellung, die sich auf unsere Sammlung stützt. Dadurch haben sich eine Straffung und auch ein neuer Blick auf die Sammlung ergeben. Wir haben zudem für die Sammlung neben unseren Ankäufen in den zehn Jahren über 400 Stücke geschenkt bekommen, teilweise aus Erbschaften mit Konvoluten von 50 bis 60 Arbeiten. Natürlich haben wir auch gezielt gekauft – also in der historischen Sammlung ergänzt, aber auch im zeitgenössischen Bereich erworben.

PZ: Ist es schwieriger geworden, interessante Stücke auf dem Kunstmarkt zu erstehen?

Holzach: Der Markt hat sich auf jeden Fall so verändert, dass sich die Preise gerade im hochwertigen historischen Bereich sehr nach oben bewegten. Wir haben auf der anderen Seite eine Art Luxus-Problem, denn wir besitzen so gute Stücke, dass wir unterhalb dieser Qualität nichts kaufen. Wenn wir dann bei Händlern oder Auktionen etwas entdecken, geht es bei 100.000 Euro los. Da wird es schwierig, entsprechende Finanzmittel zu bekommen. Wir müssen über Stiftungen oder Spender agieren, aber das lässt sich nicht so oft wiederholen. Wir haben in den vergangenen zehn Jahren als wichtiges Beispiel den Renaissance-Papageianhänger, der lange als Dauerleihgabe eines Privateigentümers hier ausgestellt war, erwerben können. Der Besitzer wollte ihn verkaufen, und das wertvolle Stück wäre für immer weg gewesen. Zum Glück konnten wir es dank der Werner-Wild-Stiftung für unser Museum sichern. Im Moment liegt unser Ankaufsetat bei 10 000 Euro im Jahr, zusätzlich zu den Zinsen aus einer Stiftung, von der wir nun seit drei Jahren erstmals wieder 1200 Euro bekommen haben.

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