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Michael Frowin. Foto: BRUNDERT
Michael Frowin. Foto: BRUNDERT
29.01.2016

PZ-Interview mit dem Schauspieler und Kabarettisten Michael Frowin

Die PZ interviewt Michael Frowin und befragt ihn zu seinem Leben als Schauspieler und Kabarettist.

PZ: Welche Erinnerungen haben Sie an die Jahre 1994 bis 1996 als Schauspieler in Pforzheim?

Michael Frowin: Wunderbare. Es war mein Anfängerengagement als Schauspieler – und für mich war das kleine (pardon!) Drei-Sparten-Theater perfekt. Denn ich wollte nur eins: spielen, spielen, spielen. Und das durfte ich. Alles rauf und runter: Klassiker, Gegenwartsstücke, Musical … Große Rollen, auf denen man an anderen Häusern jahrelang wartet. Dazu ein tolles, junges Ensemble. Wir haben ein Extra-Programm nach dem anderen gemacht, uns einfach ausgetobt. Und unsere WG in der Salierstraße war die zweite Kantine. Wenn nix mehr ging: Bei uns gab’s immer noch Wein.

PZ: Und konnten Sie vom damaligen Oberspielleiter Thomas Münstermann etwas lernen?

Michael Frowin: Den zweiten Blick. Man lernt in den Jahren als Schauspieler viele unterschiedliche Menschen kennen. Vor allem, wenn man – wie ich – oft den Ort wechselt und viel auf Reisen ist. Wenn man da Menschen und Situationen zu schnell beurteilt, dann entgeht einem was. Von Thomas konnte ich lernen, zweimal hinzuschauen, sich zu überprüfen. Übrigens war das in der Zusammenarbeit mit ihm als Regisseur von großem Nutzen.

PZ: Warum wird man als Schauspieler Kabarettist?

Michael Frowin: Die Frage finde ich wirklich lustig. Da klingt so ein „um Himmels willen“ mit. Aber im Ernst: Mich hat an der Bühne schon immer nicht nur „das Eine“ interessiert. Schon auf der Schule hab ich Kabarett gemacht – und mein erstes Engagement war am Düsseldorfer „Kom(m)ödchen“. Mich hat diese satirische Form immer gereizt, sich zu gesellschaftlichen Fragen zu äußern, sozusagen „schnell dran zu sein“. Trotzdem ist mein Künstlerleben bis heute kunterbunt: Ich arbeite als Autor vom Kabarett bis zum Opernlibretto, leite ein Theater, spiele in unterschiedlichsten Formationen und stehe im Sommer wieder in einem Musical auf der Bühne.

PZ: Worauf liegt Ihr Augenmerk?

Michael Frowin: Natürlich geht nicht alles gleichzeitig, es gibt immer Phasen. Aber die Bühne nimmt schon den größten Raum ein – ein Drittel des Jahres bin ich unterwegs und stehe auf irgendwelchen Brettern. Alles andere ist pure Erholung.

PZ: Was erwartet das Publikum bei Ihrem Auftritt im Osterfeld?

Michael Frowin: Ein Programm, das zum ersten Mal den Chauffeur von Angela Merkel leibhaftig präsentiert. Und der hat neben vielen aktuellen Insider-Informationen eine Menge Allgemeingut aus dem Berliner Polit-Alltag dabei. Es wird ein scharfer und saukomischer Ritt – versprochen.