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Für Ensemble und Leitungsteam wie eine kleine Neujahrsfeier mitten im Spätsommer: Intendant Thomas Münstermann und Verwaltungsdirektor Uwe Dürigen (auf der Bühne rechts) begrüßen die Gäste vor vollem Haus.  Foto: Moritz 

Packende Dramatik und ein Jubiläum: Stadttheater eröffnet Spielzeit mit ausverkaufter Oper „Rigoletto“

Pforzheim. Eine Ohrwurm-Arie, bekannt aus Funk- und Fernsehwerbung, umwerfende Musik, eine waghalsige Entführung sowie eine schaurig-schöne Geschichte zwischen Spektakel und Kammerspiel, bis zum dramatischen Taschentuch-Finale. Bei derlei Zutaten wundert es wenig, dass die Oper „Rigoletto“ heute nicht nur als Giuseppe Verdis Meisterwerk gilt, sondern seit der Uraufführung vor über 160 Jahren zum beliebten Standard-Repertoire internationaler Häuser zählt.

Und wenn die Festspiele in Bregenz mit dem Melodram auf der Seebühne einen überwältigenden Erfolg landeten – warum nicht auch das Theater Pforzheim? Das dachten sich am Freitagabend einige Premieren-Gäste. Sie wurden nicht enttäuscht. Mit opulentem Bühnenbild, aufwendig gestalteten Kostümen und Choreografien samt Chor und Extrachor zieht das Theater ganz viele Register – wie in den Vorjahren bei „Nabucco“, „La Bohème“, der „Zauberflöte“ und „Rheingold“. Große Oper zur Spielzeiteröffnung, das hat Tradition in Pforzheim.

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Rigoletto feiert Premiere im Theater Pforzheim

Unter der Regie von Intendant Thomas Münstermann und der musikalischen Leitung des kommissarischen Generalmusikdirektors Florian Erdl erzählt das Ensemble die spannende Geschichte des buckligen Narren Rigoletto (Insu Hwang), der am Hof des Herzogs von Mantua (Konstantinos Klironomos) agiert, einem notorischen Frauenhelden.

Vielen Theater-Besuchern steht die Freude darüber ins Gesicht geschrieben, dass die Zeit ohne Schauspiel und Musik ein Ende hat. Bei einem Gläschen Sekt, angeregten Gesprächen und jeder Menge Händeschütteln lässt man sich’s gutgehen. Unter den Gästen tummeln sich wie gewohnt auch zahlreiche prominente Vertreter und Sponsoren aus Stadt und Enzkreis, die Intendant Münstermann und Verwaltungsdirektor Uwe Dürigen von der Bühne begrüßen.

Münstermann hat „Rigoletto“ erstmals inszeniert. „Eine Riesen-Herausforderung“, wie er der PZ sagt. Und dennoch feiert er bei der Premiere ein schönes persönliches Jubiläum: „Ich habe mal nachgezählt: ,Rigoletto’ ist inzwischen meine hundertste Regiearbeit.“

Von Mozart über Wagner bis zu Musical und Schauspiel: Münstermanns Repertoire war in den vergangenen Jahrzehnten durchaus kontrastreich. „Vielfalt war und ist mir immer wichtig; die schätzt auch unser Publikum. Diese runde Zahl mit Verdi zu vollenden, freut mich ganz besonders“, sagt Münstermann. Die Oper sei jene des großen italienischen Komponisten, die ihn am meisten berührt. Mit seiner Musik mache Verdi die inneren Kämpfe der zerrissenen Figuren in packenden Situationen hörbar. Und er hat, findet Münstermann, eine wichtige inhaltliche Botschaft für unsere Zeit parat: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ Diese Erkenntnis könne sich jeder gern, mit gutem Vorsatz, zu eigen machen. Eine ausführliche Besprechung folgt in der Montagsausgabe der PZ.

Michael Müller

Michael Müller

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