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Auch Ute Maria Schmids Werk „Larve“ ist in Brötzingen zu sehen. Foto: Frommer
Auch Ute Maria Schmids Werk „Larve“ ist in Brötzingen zu sehen. Foto: Frommer
03.09.2015

Papier kann mehr als Leinwand – Ute Maria Schmid in Brötzingen

Der Ausstellungstitel „Werkschnitt“ lässt bereits vermuten, was Ute Maria Schmid mit eigenen Worten so zusammenfasst: „In der Galerie Brötzinger Art werden ab morgen Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensphasen zu sehen sein. Darunter sind auch zwei stehende Objekte aus gefaltetem und zusammengeschnürtem Papier, die bereits um das Jahr 1993 entstanden sind.“

In den vorderen Ausstellungsräumen ziehen hingegen Wandarbeiten neueren Ursprungs die Blicke auf sich.

Ein Werkstoff im Zentrum

Ute Maria Schmid (57) bearbeitet Papier ganz direkt: mit Messer oder Schere – und mit klug dosierter Farbe. Mehr noch: Sie verhilft ihrem Lieblingswerkstoff zu einer ungewöhnlichen dritten Dimension, schneidet, schichtet, positioniert und portioniert das Material. Sie gibt Papier – mithilfe von Klammern, Kreide, Lack, Draht, Leim und langen Streifen aus Licht reflektierenden Kunststoffen – Volumen und Relief- oder Objektcharakter. Ihre abstrakten Werke überraschen und machen die beeindruckende Wandlungsfähigkeit von Papier deutlich, das, so die Künstlerin, ohnehin mehr könne als Leinwand.

Karlsruhe und Basel sind die beiden Wohnorte von Ute Maria Schmid, die ursprünglich aus Wasseralfingen stammt. Von 1977 bis 1982 studierte sie in Stuttgart an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste bei Rudolf Schoofs und bei K.R.H. Sonderborg. Eines von mehreren Stipendien führte sie anschließend für zehn Jahre nach Kiel. Ihre Arbeiten sind heute bundesweit in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten. Nach Pforzheim kommt Schmid das erste Mal. Andrea Schumacher von der Galerie Brötzinger Art hat sie im Vorjahr kennengelernt. Sie sagt: „Wir sind ein Verein für künstlerische Auseinandersetzung. Ute Maria Schmids Arbeiten haben mir – auf der Suche nach ausgefallenen Werken – sofort gefallen.“