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Papst Franziskus und der deutsche Regisseur Wim Wenders. Foto: Universal/Focus Features
Papst Franziskus und der deutsche Regisseur Wim Wenders. Foto: Universal/Focus Features
Papst Franziskus in einer Szene des Films „Ein Mann seines Wortes“, der morgen auch in Pforzheim ins Kino kommt. Foto: Universal/Focus Features
Papst Franziskus in einer Szene des Films „Ein Mann seines Wortes“, der morgen auch in Pforzheim ins Kino kommt. Foto: Universal/Focus Features
13.06.2018

Papst-Doku „Ein Mann seines Wortes“ zeigt Leben des Franziskus

Berlin. Wim Wenders, der zu den wichtigsten deutschen Autorenfilmern zählt und großes internationales Renommee genießt, ist vor allem mit seinen Spielfilmen bekannt geworden. Darunter so legendäre Werke wie „Der Himmel über Berlin“ oder „Paris, Texas“. Immer wieder hat der gebürtige Düsseldorfer auch mit Dokumentationen auf sich aufmerksam gemacht, etwa „Buena Vista Social Club“. Für „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ konnte er jetzt auf exklusives Archivmaterial des Vatikans zurückgreifen und vier lange Interviews mit Franziskus führen.

In den Gesprächen äußert sich der Papst zu den unterschiedlichsten Themen: Umweltschutz und der Zustand unserer Erde, Krieg, Feminismus, Liebe, Freiheit und Armut, die Gefahren des Kapitalismus („Diese Ökonomie tötet!“) und vieles mehr. Wim Wenders hat die Interviewpassagen, das Kernstück der Doku, mit einer besonderen Kameratechnik eingefangen. Und erweckt so den Eindruck, der Papst rede von der Leinwand herab zu den Zuschauern, man fühlt sich im Kinosessel gleichsam direkt angesprochen. Flankiert werden diese Gesprächssequenzen von Archivausschnitten, die den Papst bei seinen Reisen zeigen: beim Besuch von Strafgefangenen in den USA, bei Begegnungen mit Staatsoberhäuptern, in einem Kinderhospital in Afrika, in einer südamerikanischen Favela.

Mit seinem Charisma, seinem Humor und der Radikalität seines Herzens nimmt Franziskus rasch für sich ein. Immer wieder fühlt man sich angesprochen, etwa wenn der Papst, mit direktem Blick in die Kamera, sagt: „Wir sind keine Maschinen!“. Auch die Bescheidenheit des Papstes beeindruckt: Beim Staatsbesuch in den USA sitzt das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem Kleinwagen, umringt von riesigen schwarzen Geländeautos.

Wenders’ Film lebt nicht allein von der Ausstrahlung des Papstes: „Ein Mann seines Wortes“ ist mehr als nur eine Doku, es ist ein Plädoyer für eine andere, eine solidarischere, eine ökologischere Welt. Hie und da übertreibt es Wenders vielleicht mit dem Pathos: So in den wenigen Momenten, da sich der Regisseur selbst aus dem Off mit einem Kommentar meldet. Wenders’ salbungsvoller Worte hätte es gar nicht bedurft, die Aussagen des Papstes sind stark genug.

Kritik blieb nicht aus, so erkannte etwa die „Süddeutsche Zeitung“ in Wenders Art der Annäherung an Franziskus eine „hemmungslose Heldenverehrung“.