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„Dies ist keine Pfeife“ von Magritte.
20.10.2016

Pariser Centre Pompidou startet mit Magritte-Schau in die Jubiläumssaison

Eine Kerze, die zu einer Schlange wird, ein Glas, das auf einem Regenschirm steht. Die Bilder von René Magritte sprengen die Grenze zwischen Wirklichkeit und Illusion. Das ist nicht unbekannt, denn der belgische Maler (1898–1967) gilt als Meister der Illusionen. Eher neu ist die Thematik, unter der das Pariser Centre Pompidou seine große Retrospektive „Magritte. Verrat der Bilder“ präsentiert.

Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Rolle der Philosophie in seinem Werk. Mit der Ausstellung beginnt das Centre Pompidou eine Saison, mit der es sein 40-jähriges Bestehen feiert. Magritte hatte es zuletzt vor 36 Jahren präsentiert.

Magritte wollte das Denken malen, sagt der Kurator Didier Ottinger. Er sei davon überzeugt gewesen, dass Kunst philosophische Ideen zum Ausdruck bringen könne. Rund 100 Werke sollen den Ansatz illustrieren. Als Grundlage seiner Behauptung dient Ottinger unter anderem die Korrespondenz zwischen Magritte und dem französischen Philosophen Michel Foucault.

Der Briefwechsel ist in der bis zum 23. Januar dauernden Werkschau ausgestellt und dreht sich um Trugbilder und den Unterschied zwischen Ähnlichkeit und Gleichartigkeit. Daraus ist unter anderem der Essay „Dies ist keine Pfeife“ entstanden, den Foucault 1973 dem Maler gewidmet hat. Der Titel bezieht sich auf eines der bekanntesten Werke von Magritte, das 1929 entstanden ist. Darauf ist eine Pfeife abgebildet – und der Schriftzug „Ceci n’est pas une pipe“ – Dies ist keine Pfeife. Das Ölgemälde heißt „La trahison des images“ (Der Verrat der Bilder) und hat der Ausstellung seinen Titel gegeben.

Es gehört zu den Höhepunkten der Retrospektive, die mit Meisterwerken, aber auch mit vielen weitgehend unbekannten Werken überrascht.